Lateinisch: stannum; engl.: tin; franz.: étain; span.: estaño; ital.: stagno.
Chemisches Symbol: Sn
Chemisch-physikalische Eigenschaften
Zinn ist ein silberweißes, glänzendes und sehr weiches Schwermetall, das sich gut auswalzen lässt (Zinnfolie, 'Stanniol'). Zinn ist an der Luft sehr beständig, wird aber durch starke Säuren und Basen angegriffen. Bei Erhitzen an der Luft verbrennt Zinn zu weißem Zinn-Dioxid (SnO2, 'Zinnasche').
Zinn kommt in zwei verschiedenen Modifikationen vor. Das 'normale', metallische und silberglänzende Zinn (beta-Zinn) ist bei Temperaturen ab 13 °C stabil. Beim Biegen von Zinnstangen erzeugt es durch Veränderungen in der Kristallgitterstruktur ein typisches, knirschendes Geräusch ('Zinngeschrei'). Bei Temperaturen unter 13 °C wandelt sich Zinn in nichtmetallisches, pulverförmiges, 'graues Zinn' um (beta-Zinn, 'Zinnpest'). Durch verschiedene
Legierungskomponenten kann dieses Verhalten des Zinns stark beeinflusst werden.
Zinn ist seit dem Altertum bekannt und hat als Legierungskomponente von
Bronze schon früh eine wichtige kulturgeschichtliche Rolle gespielt. In der Antike wurde Zinn jedoch oft nur für eine Variante des Bleis gehalten. So unterschied z.B. Plinius d. Ä. zwischen 'schwarzem Blei' (plumbum nigrum) und 'weißem Blei' (plumbum album) für Blei bzw. Zinn.
Über die physiologische Bedeutung als Spurenelement von Zinn ist wenig bekannt, es scheint jedoch keine große Rolle im menschlichen Organismus zu spielen. Reines Zinn und anorganische Zinnverbindungen sind praktisch ungiftig,
Legierungen mit Zinn (z.B. Lötzinn) sollten jedoch wegen möglicherweise toxischer Legierungspartner (z.B.
Blei) als potenziell giftig angesehen werden. Organische Zinnverbindungen können sehr giftig sein.
Technische Eckdaten

Ordnungszahl: 50

Relative Atommasse: 118,71

Wertigkeit: 4, 2
Dichte: 7,28 g/ccm
Schmelzpunkt: 232 °C
Siedepunkt: 2.602 °C
Mohs-Härte: 1,8
Linearer Wärmeausdehnungskoeffizient (Wärmeausdehnung): 26,9
Vorkommen und Produktion
Zinn ist in der oberen Erdkruste mit etwa 0,0035% vertreten (30. Stelle der Elementhäufigkeit), hauptsächlich in Form der Mineralien Zinnstein (Kassiterit, SnO2) und Zinnkies (Stannin, Cu2FeSnS4). Als gediegenes Metall kommt Zinn in der Natur selten vor.
Die wichtigsten Produzenten von Zinn sind (in Mio t, 2000): VR China (0,111), Indonesien (0,046) und Peru (0,037). Die Weltförderung betrug in 2000 0,256 Mio t. Derzeit wird etwa 50% des weltweiten Zinnbedarfs durch Recycling abgedeckt.
Verwendung
Zinn wird industriell zur Herstellung von Weißblech, Loten und als Legierungsmetall (z.B.
Bronzen) verwendet. Zahlreiche, meist reduzierend wirkende Zinnverbindungen finden verschiedene Anwendungen in der Industrie.
Argentarium und
Tertiarium waren um die Zeitenwende als Korrosionsschutz und als Lot verwendete Blei-Zinn-Legierungen (Mischungsverhältnis 1:1 bzw. 2:1).
Zinn in der Schmuckherstellung
Während das Kunsthandwerk schon früh reichen Gebrauch von Zinn machte (Zinngeschirr, Skulpturen, Haushaltsgegenstände, Zinnfiguren, 'Zinnsoldaten'; auch
vergoldet oder
versilbert), fand das reine Metall in Schmuckherstellung wegen seiner geringen Härte kaum Verwendung. Als Legierungsmetall für
Bronzen, Lote und Edelmetalllegierungen spielt es jedoch auch in der Schmuckherstellung eine wichtige Rolle. Zinn(IV)oxid (SnO2) findet Verwendung für Glasuren und
Email.
Herkunft des Wortes 'Zinn'
Unser Wort 'Zinn' ist entlehnt aus dem althochdeutschen 'zin'. Die weitere Herkunft ist ungewiss. Die Ähnlichkeit mit dem ahd. 'zein' (und Weitere) legt als ursprüngliche Bedeutung 'stäbchenförmig' nahe, da Zinn früher zu Stäben vergossen wurde.
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