Engl.: tungsten; franz.: tungstène; span.: wolframio; ital.: tunstenio, wolframio.
Chemisches Symbol: W
Chemisch-physikalische Eigenschaften
Wolfram ist ein grauweiß glänzendes Schwermetall, das in reinem Zustand gut dehnbar und walzbar, jedoch aufgrund seiner großen Härte nicht per Hand schmiedbar ist. Durch schon geringe Verunreinigungen wird es leicht spröde. Das Metall ist beständig gegen Luft und überzieht sich durch die Einwirkung von Säuren mit einer schützenden Oxidschicht. Auffallend sind der extrem hohe Schmelz- und Siedepunkt sowie die hohe Härte des Metalls.
Technische Eckdaten
Verwendung
Wolfram wird wegen seines hohen Schmelzpunktes für Hochtemperaturanwendungen (z.B. Glühwendel und im Raketenbau) verwendet sowie für Strahlenschutzvorrichtungen und als härtender Legierungszusatz für Stähle.
Vorkommen und Verfügbarkeit
Wolfram kommt in der Natur nicht in gediegener Form vor und wird aus Erzen gewonnen, besonders Wolframit und Scheelit. Wolfram ist mit 0,06 % am Aufbau der Erdkruste beteiligt und liegt damit an 26. Stelle in der Rangfolge der Elementhäufigkeit.
Wolfram in der Schmuckherstellung
Da Wolfram weder mit der Hand geschmiedet noch
gelötet oder
geschweißt werden kann, ist es kein sonderlich attraktives Metall für Goldschmiede. Wolframschmuck kann jedoch gusstechnisch hergestellt werden.
Im Handel befindlicher Wolframschmuck besteht gewöhnlich nicht aus reinem Wolfram, sondern aus Wolframcarbid (WC, W
2C), meist gesintert als sogenanntes Hartmetall mit einer Matrix aus Wolframcarbid und Cobalt als Bindemittel, seltener in reiner Form. Wolframcarbid ist noch wesentlich härter als das reine Metall, weshalb solcher Schmuck oft als 'kratzresistent' angeboten wird. Dem steht gegenüber, dass solche Schmuckstücke stoßempfindlich sind und keine großen Temperaturänderungen vertragen. Wolframcarbid mit Kobaltmatrix ist zwar leichter zu verarbeiten, neigt jedoch zum
Anlaufen und färbt auf der Haut manchmal ab.
Wolframringe können praktisch nicht gelötet, nicht verengt und nicht geweitet werden.
Herkunft des Wortes 'Wolfram'
Die ursprüngliche Bezeichnung 'Wolfrahm' heißt soviel wie Wolfsgeifer, womit die störende Wirkung von Wolframerzen bei der Gewinnung von
Zinn umschrieben wurde.