Unter Versilberung versteht man die Beschichtung meist metallischer Gegenstände mit einem mehr oder weniger dünnen
Silberüberzug. Bereits seit der Antike wird in sehr unterschiedlichen Verfahren - mit jeweils deutlichen Vor- und Nachteilen - versilbert:
Feuerversilberung
Im Gegensatz zur Feuervergoldung spielte diese Art der Versilberung keine große Rolle, das Prinzip war jedoch das Gleiche: Man trug mit Silberstaub zerriebenes
Blei auf Metallgegenstände auf und erhitzte diese bis das Blei verdampfte. In späteren Zeiten verwendete man
Quecksilber statt des
Bleis. Diese die Gesundheit sehr gefährdende Methode des Versilberns wurde im vorigen Jahrhundert durch andere Verfahren abgelöst.
Aufdampfen im Hochvakuum
Diese Versilberungstechnik wird im Allgemeinen nicht zur Veredelung von Schmuck verwendet, da die aufgedampften Silberschichten zu dünn für mechanische Belastungen sind. Mit dieser Methode werden zum Beispiel Gläser (optische Linsen, Brillen) zur Ent- und Verspiegelung sowie Vergütung behandelt.
Zementation
Das Zementation (auch 'Zementieren' genannt) beruht auf dem Phänomen, dass unedle Metalle in ionischen Lösungen (z.B. Edelmetallsalz-Lösungen) edlere Metalle verdrängen und diese sich als metallischer Überzug auf den in der Lösung befindlichen Werkstücken niederschlagen.
Das Prinzip der Zementation wurde in verschiedenen technischen Verfahren realisiert (z.B. Tauchverfahren, Sudverfahren, Kontaktverfahren, Reduktionsverfahren). Eine auf diese Weise erzielte Versilberung ist jedoch immer sehr dünn und - da sie keine feste Verbindung mit dem Untergrund eingeht - sehr empfindlich, weswegen sie seit der Erfindung der galvanischen Versilberung zunehmend an Bedeutung verlor.
(Der Begriff 'Zementation' hat auch eine andere, geläufigere Bedeutung:
Zementation.)
Abreicherungsversilberung
Dieses auch unter der Bezeichnung '
Weißsieden' bekannte und auch heute von Goldschmieden noch gerne verwendete Verfahren ist keine Versilberung im eigentlichen Sinn (also eine 'Hinzufügung' von Silber), sondern die Abreicherung anderer Metalle aus den Oberflächen silberhaltiger Legierungen, beispielsweise durch Säuren. Die verbleibende poröse Oberfläche aus Feinsilber (oder einer mit Silber angereicherten Legierung) kann durch
Tempern und Schmieden in eine homogene Silberplattierung umgewandelt werden. Unterstützt wird das Verfahren, indem man zuvor durch thermische Prozesse eine teilweile Entmischung der Legierung und damit eine Anreicherung von Silber an der Oberfläche des Werkstücks erzielt.
In Bezug auf
Gold (
mise en couleur / Gelbsieden) war dieses Verfahren möglicherweise schon vor über 2.000 Jahren im Mittleren Osten bekannt (siehe auch: Die '
Batterie von Bagdad').
Galvanische Versilberung
Die galvanische Versilberung ist die am weitesten verbreitete Versilberungstechnik. Bei ihr wird in galvanischen Bädern durch Stromfluss
Silber auf stromleitenden Oberflächen von Werkstücken abgeschieden. Die chemische Zusammensetzung der galvanischen Bäder sowie die Stromstärke und Spannung beeinflussen dabei die Ergebnisse.
Das galvanische Versilbern liefert erst mit der Entwicklung der Glanzversilberung und Hartversilberung (seit etwa 1950) rundum befriedigende und steuerbare Ergebnisse, indem praktisch keine Beschränkungen mehr bezüglich der Dicke der Versilberung sowie der Versilberungslegierungen und -farben bestehen. Bei der Feinsilber- und Hartsilberplattierung können beliebig dicke Silberbeläge aufgebracht werden.
Mit der seit etwa 1830 bis 1950 verwendeten sogenannten Normalversilberung konnten lediglich sehr dünne Feinsilberschichten erzeugt werden, die mechanischer Belastung nicht standhielten und farblich unbefriedigend blieben.
(Siehe auch:
Gab es galvanische Vergoldung schon vor 2.000 Jahren in Mesopotamien?)
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