Unter Vergoldung versteht man die Beschichtung meist metallischer Gegenstände mit einem mehr oder weniger dünnen
Gold-Überzug. Vergolden kann man mit mehreren sehr unterschiedlichen Verfahren, die jeweils deutliche Vor- und Nachteile aufweisen:
Feuervergoldung
Bereits von den Ägyptern wurde feuervergoldet. Man trug dazu mit Goldstaub zerriebenes Blei auf Metallgegenstände auf und erhitzte diese bis das
Blei verdampfte. Von den Römern Plinius und Vitruv wurde im ersten nachchristlichen Jahrhundert zum erstem Male die Feuervergoldung mit
Quecksilber statt
Blei beschrieben. Diese die Gesundheit sehr gefährdende Methode des Vergoldens wurde im vorigen Jahrhundert durch andere Verfahren abgelöst, lieferte aber dicke und strapazierfähige Goldüberzüge mit angenehmen Farbtönen.
Dublee-Technik (Doublé-Technik)
Bei der Herstellung von Dublees wird dünnes Goldblech auf Metallkörper aufgewalzt und aufgelötet, also 'dubliert'. Diese sehr aufwändige Methode des Vergoldens bietet die Vorteile, dass die Stärke sowie die Legierung der Goldauflage frei gewählt werden können.
Aufdampfen im Hochvakuum
Diese Vergoldungstechnik wird im Allgemeinen nicht zur Veredelung von Schmuck verwendet, da die aufgedampften Goldschichten zu dünn für mechanische Belastungen sind. Mit dieser Methode werden zum Beispiel Gläser (z.B. Brillengläser und optische Linsen) zur Ent- und Verspiegelung sowie zur Vergütung behandelt.
Zementation
Die Zementation (auch 'Zementieren' genannt) beruht auf dem Phänomen, dass unedle Metalle in ionischen Lösungen (z.B. Edelmetallsalz-Lösungen) edlere Metalle verdrängen und diese sich als metallischer Überzug auf den in der Lösung befindlichen Werkstücken niederschlagen.
Das Prinzip der Zementation wurde in verschiedenen technischen Verfahren realisiert (z.B. Tauchverfahren, Sudverfahren, Kontaktverfahren, Reduktionsverfahren). Eine auf diese Weise erzielte Vergoldung ist jedoch immer sehr dünn und - da sie keine feste Verbindung mit dem Untergrund eingeht - sehr empfindlich, weswegen sie seit der Erfindung der galvanischen Vergoldung zunehmend an Bedeutung verlor.
(Der Begriff 'Zementation' hat auch eine andere, geläufigere Bedeutung:
Zementation.)
Abreicherungsvergoldung (Mise en couleur)
Dieses auch unter der Bezeichnung 'Gelbsieden' bekannte und auch heute von Goldschmieden noch gerne verwendete Verfahren ist keine Vergoldung im eigentlichen Sinn (also eine 'Hinzufügung' von Gold), sondern die Abreicherung anderer Metalle aus den Oberflächen goldhaltiger Legierungen, beispielsweise durch Säuren. Die verbleibende poröse Oberfläche aus Feingold (oder einer mit Gold angereicherten Legierung) kann durch Tempern und Schmieden in eine homogene Goldplattierung umgewandelt werden. Unterstützt wird das Verfahren, indem man zuvor durch thermische Prozesse eine teilweile Entmischung der Legierung und damit eine Anreicherung von Gold an der Oberfläche des Werkstücks erzielt. Dieses Verfahren war möglicherweise schon vor über 2.000 Jahren im Mittleren Osten bekannt (siehe auch: Die
'Batterie von Bagdad').