Im Zusammenhang mit
Edelsteinen versteht man unter Synthesen keine bestimmten Steinsorten, sondern allgemein Schmucksteine, wenn sie künstlich hergestellt wurden. Im engeren Sinne werden nur künstliche Edelsteine mit natürlichem Vorbild als Synthesen bezeichnet.
Erste Edelstein-Synthesen wurden bereits im frühen 19. Jahrhundert hergestellt, in schmucktauglicher Qualität gibt es sie seit Beginn des 20. Jahrhunderts. Das bekannteste Synthese-Verfahren ist das durch den französischen Chemiker A. V. Verneuil 1888 entwickelte Tropfverfahren, bei dem bei hohen Temperaturen um 2.000°C mit winzigen Tröpfchen geschmolzener Grundmasse Kristalle in Form sogenannter Schmelzbirnen gezüchtet werden. 1918 wurde durch den Chemiker I. Czochralski das alternative Ziehverfahren entwickelt, bei dem künstliche Edelsteine hergestellt werden, indem sie so langsam aus einer Schmelze gezogen werden, dass an der Grenzfläche eine Kristallbildung stattfindet. Mittlerweile existieren viele weitere Synthese-Verfahren, von denen jedoch einige geheim gehalten werden.
Mittlerweise kann man praktisch alle Edelsteine auch künstlich herstellen - manche lassen sich gut, manche nur mit von natürlichen Steinen abweichenden Merkmalen und andere praktisch nicht oder nur unrentabel synthetisieren. Besonders intensiv wurde an der Synthese von
Diamanten gearbeitet, die seit 1953 möglich ist. Inzwischen werden künstliche Diamanten für industrielle Zwecke in großen Mengen hergestellt, für Schmuckzwecke konnten sie sich jedoch bislang nicht durchsetzen.
Synthesen im weiteren Sinne sind Edelsteine, die aus Splittern und Staub echter Schmucksteine durch Druck und große Hitze zusammengeschmolzen werden und auf diese Weise rekristallisieren. Man nennt solche Steine auch rekonstruiert. Auch die sogenannten organischen Edelsteinen werden 'rekonstruiert', z.B.
Bernstein als Ambroid.
Synthesen müssen im Handel stets unmissverständlich als solche gekennzeichnet werden, die Nennung eines Edelsteins ohne Zusatz bezeichnet stets den natürlichen und unbehandelten Stein.
Gerne werden die Begriffe 'Synthese' und 'Imitation' miteinander verwechselt. Doch während der erstere die künstliche Entstehungsart beschreibt, verweist der zweitere auf den Verwendungszweck. So kommen beispielsweise Synthesen des Spinell gerne als
Imitationen für
Turmaline zum Einsatz, und künstliche Zirkone wurden als Diamantimitationen verwendet.
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