Sulfieren (Sulfierung) ist eine
Metallfärbetechnik zur oberflächlichen Schwärzung von
Silber und
Kupfer sowie deren
Legierungen. Wenn der Kupfer- bzw. Silberanteil in Goldlegierungen sulfiert wird, entsteht
Braungold (siehe auch
Farbgold).
Die Schwärzung, die beim
Anlaufen von
Silberschmuck im Laufe der Zeit sich durch Umwelteinflüsse von selbst einstellt und durch
Silberreinigung mühsam wieder entfernt werden muss, wird von Goldschmieden zu gestalterischen Zwecken auch kontrolliert absichtlich erzeugt. Dieses Verfahren nennt sich Schwärzen bzw. Sulfieren von Silber, fälschlicherweise wird auch von oxidiertem Silber gesprochen.
Die Schwärzung erfolgt durch die oberflächliche Erzeugung von Silber- und Kupfersulfid mithilfe spezieller Chemikalien (z.B.
Schwefelleber). Die dabei erzielbaren Farbtöne reichen von warmem Braun bis Tiefschwarz oder Blauschwarz.
Sulfierter Schmuck ist abriebgefährdet, d.h. an exponierten Stellen (z.B. den Kanten einer Ringschiene) poliert sich die Schwärzung durch
Abrieb leicht ab, und helles metallisches Silber kommt zum Vorschein. In Vertiefungen dagegen neigt auch ungeschwärzter Silberschmuck zur Schwärzung, wodurch die für Schmuck aus Silber typische Plastizität und Lebendigkeit entsteht.
Sulfierung ist seit der Antike ein beliebtes Verfahren zur Erzeugung schwarzer bzw. sehr dunkler Metallfarben, die beispielsweise in Ornamenten kontrastreich mit unbehandeltem Silber oder Gold verwendet werden können. Auch in einigen anderen Techniken wird Silber absichtlich zum Anlaufen gebracht, z.B. den japanischen Metallfärbetechniken
Mokume-Gane und
Shakudo sowie dem
Niello.
Geschwärztes Silber darf nicht mit Silberschwärze, einem Mineral (Silberglanz) aus der Ordnung der Sulfuride, verwechselt werden.
Die Schwärzung von Silber und anderen Metallen ist auch mit den chemisch dem Schwefel eng verwandten Selen und Arsen möglich (Selenierung, Arsenierung). Beide Stoffe bzw. deren Zubereitungen (z.B. Pariser Oxid) sind jedoch stark giftig, der Farbton der Schwärzung ist gewöhnlich kälter und tiefer als bei der Sulfierung.
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