Das
Anlaufen von Silberschmuck ist generell unvermeidlich. Es handelt sich dabei um die oberflächliche Bildung von Schwefel- und Sauerstoffverbindungen des
Silbers und des in Silberlegierungen enthaltenen
Kupfers. Dies ist kein Material- oder Verarbeitungsfehler, sondern eine bekannte Eigenschaft von Silber.
Alle Versuche nichtanlaufende, für Schmuck geeignete Silberlegierungen herzustellen, sind fehlgeschlagen. Schutzlacke, Schutzüberzüge oder galvanische Beschichtungen (zum Beispiel das
Rhodinieren) sind nur wenig haltbar und lassen von für Silber typischem Glanz und Farbe kaum etwas übrig. Zumindest für stark beanspruchte Silberringe sind sie nicht empfehlenswert. Silberschmuck muss also regelmäßig geputzt werden.
Dabei gibt es einiges zu beachten:
Was für Silber gut ist, muss für Edelsteine nicht unbedingt empfehlenswert sein. Viele Schmucksteine sind sehr empfindlich gegen chemische oder mechanische Einflüsse, ganz besonders
Horn,
Elfenbein,
Koralle,
Bernstein und
Türkis. Beachten Sie genau die Gebrauchsanweisungen der jeweiligen Reinigungsmittel, wenn Sie Schmuck mit solchen Steinen reinigen wollen. Am besten ist es natürlich, wenn die Steine vor der Reinigung entfernt, z.B.
ausgefasst werden können.
Viel hilft nicht unbedingt viel! Sie sollten die Anweisungen der Reinigungsmittelhersteller sehr genau beachten. Eine stärkere Dosierung oder längere Anwendungsdauer als empfohlen führt seltenst zu besseren Ergebnissen, kann aber leicht bewirken, dass Sie das Gegenteil erreichen und danach Ihr Schmuck durch einen Fachmann aufbereitet werden muss.
Machen Sie mit wertvollem Schmuck keine Experimente! Beachten Sie auch, dass es unterschiedliche Silberlegierungen gibt, die unterschiedlich auf chemische Einflüsse reagieren können. Das heißt, dass eine Reinigungsmethode, die bei einem Silberring geholfen hat bei einem anderen praktisch wirkungslos oder sogar schädlich sein kann.
Die beste Methode Silberschmuck zu putzen ist ihn zu tragen. Durch das Tragen polieren sich entstandene Beläge an erhabenen Stellen von selbst ab, und es entsteht ein meist reizvolles Farb- und Helligkeitsspiel, das Silberschmuck seine ihm eigene Plastizität und
Patina verleiht. Zur längeren Lagerung kann Silberschmuck durch passivierende Tauchbäder mit einer feinen schützenden Wachsschicht versehen werden, zumindest aber sollte er in Seidenpapier eingeschlagen werden.
Gute Silberputzmittel gibt es z.B. als Tauchbad preiswert im Handel. Mit ihnen lassen sich Verfärbungen von Silber innerhalb von wenigen Minuten entfernen. Dabei sind jedoch immer die Gebrauchsanweisungen exakt einzuhalten.
Gegen hartnäckigere Verfärbungen hilft eine alte Zahnbürste und Scheuerpulver mit etwas Wasser bzw. Scheuermilch. Mit kreisenden Bewegungen und leichtem Druck wird das Silber rein mechanisch gereinigt, wobei die so polierten Flächen seidenmatt werden. Mit dieser Methode lassen sich auch gut schwer erreichbare Vertiefungen und Ecken putzen. Für glänzende Flächen (und mehr Geduld) gibt es spezielle Polierpasten, z.B. Pariser Rot oder Poliergrün.
Sehr wertvollen Silberschmuck, Schmuck mit empfindlichen Schmucksteinen oder Schmuck mit schwer entfernbaren Belägen bringt man zu einem Goldschmied, der für wenige Euro den Schmuck fachgerecht aufarbeitet.
Generell nicht für die Silberreinigung geeignet sind z.B. Gebissreiniger sowie Reinigungs- oder Bleichmittel auf Ammoniak-, Sauerstoff- oder Chlorbasis.
Siehe auch
Haushalts- und Geheimtipps zur Silberreinigung.
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