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Shakudo (Schmucklexikon)


Das japanische Shakudo ist eine traditionelle, oberflächenbehandelte Legierung aus Kupfer und Gold mit sehr dunkler Farbe. Wörtlich übersetzt heißt Shakudo 'Schwarzes Gold', als literarische Übersetzungen gibt es - in Anlehnung an die Farbähnlichkeit - auch die Begriffe 'Krähengold' bzw. 'Krähenkupfer'. Shakudo ist ein wichtiges Ausgangsmaterial für Mokume-Gane.


Geschichte

Die erste Erwähnung von Shakudo in der Literatur beschreibt Schwert-Verzierungen aus dem 12. Jahrhundert. In jener frühen Zeit fand die Legierung, hauptsächlich in Form von Metall-Intarsien, zunächst Verwendung zur Verzierung von Schwertern, später auch für Schwertscheiden, Schließen, Türbeschläge und Metalltruhen. Bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts (Mitte der Edo-Periode) wurde die Herstellungstechnik von Shakudo geheim gehalten, und nur wenige Familien hatten Zugang zu dem Wissen. Ab ca. 1700 wurden die Rezepte nach und nach öffentlich und 1781 in einer Textsammlung über Metallverarbeitung ('Soken Kisho') publiziert. Wesentliche Verfeinerungen der Shakudo-Technik wurden in der Meiji-Epoche (1868 - 1912) entwickelt und 1937 durch Kamezo Shimizu in der japanischen Monografie 'Methoden und Techniken der Metallverarbeitung' veröffentlicht. Erst in jüngerer Zeit findet Shakudo auch Verwendung in der Herstellung von Schmuck, zumeist als Bestandteil von Schmuckstücken aus Mokume Gane.



Sommer, Sonne, Regen
Amulette und Broschen
aus Gold und geschwärztem Silber.

Schmuck von Uschy Schleipfer, Frankfurt.
Sommer, Sonne, RegenKlick für Großdarstellung



Zusammensetzung der Legierungen

Es werden drei Qualitäten von Shakudo unterschieden, wobei die Rezepte aus der Edo- und der Meiji-Epoche von einander abweichen. Die drei Qualitäten der Meiji-Periode bestanden aus Kupfer mit 5% bzw. 2,5-3% bzw. 1% Gold. In der Edo-Zeit wurde ein höherer Goldgehalt verwendet, sowie Kupfer mit geringen Anteilen Nigurome, einer weißen Legierung aus Arsen, Eisen und weiteren Zutaten.


Färbung

Die charakteristische Oberflächenbehandlung von Shakudo besteht aus den Arbeitsgängen Polieren, Reinigen, Metallfärben und Wachsen. Der eigentliche Färbevorgang (niiro shiage) erfolgt durch Eintauchen des vorbehandelten Werkstücks für 30 bis 60 Minuten in eine ca. 60°C heiße Salzlösung. Für die Salzlösung wurde in der Meiji-Periode 2,1 g künstlicher Grünspan (Rokusho), 1,2 g Kupfer und 0,2 Gramm Alaun in einem Liter Wasser gelöst. Das Edo-Rezept sah 70 g Rokusho, 1 g Kupfer und 0,1 Liter Essig auf einen Liter Wasser vor.

Durch die Färbung erhält Shakudo einen gleichmäßigen, 1 bis 2 µm dicken Belag aus reinem Kupferoxyd (Cu2O). Die Farbe kann je nach Legierung, Färbebad und Temperung von Dunkelbraun über Schwarz bis Dunkelblau variieren und ist nicht identisch mit der Farbe eines Kupferoxyd-Belages auf reinem Kupfer. Offenbar erzeugt das in der Legierung enthaltene Gold Kristallstrukturen, die ein verändertes Interferenzverhalten des Farbbelages bewirken.





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