Als Schmelzpunkt (auch: Schmelztemperatur) wird die Temperatur bezeichnet, bei der ein fester homogener Stoff (im Wesentlichen Elemente und chemische Verbindungen) in den flüssigen Aggregatzustand übergeht, d.h. seine kristalline Struktur zerfällt, also der Stoff schmilzt. Den entgegengesetzten Vorgang nennt man Erstarren.
Amorphe Stoffe ohne Kristallgitter (z.B.
Glas) haben keine Schmelzpunkte, sondern sog. Erweichungstemperaturen bzw. Schmelzbereiche. Dies gilt auch für viele Stoffgemenge.
Einige wenige Stoffe (z.B. Kohlendioxid, Jod) gehen unter normalen Druckbedingungen direkt vom festen in den gasförmigen Zustand über (Sublimation). Da sie keine flüssige Phase besitzen, kann für sie ebenfalls kein Schmelzpunkt angegeben werden.
Legierungen weisen gewöhnlich einen Schmelzbereich (auch: Schmelzintervall) auf, innerhalb dessen ihr Kristallgefüge zunehmend zerfällt. Dabei wird die untere Temperatur des Schmelzintervalls Soliduspunkt (auch: Solidustemperatur) und die obere Liquidustemperatur (auch: Liquiduspunkt) genannt. Im Zwischenbereich, also innerhalb des Schmelzintervalls, haben
Legierungen eine teigige Konsistenz mit meist typischen optischen Merkmalen.
Bedeutung des Schmelztemperaturen für Goldschmiede
Die genaue Kenntnis von Schmelztemperaturen bzw. Schmelzbereichen der bei der Schmuckherstellung verwendeten Legierungen ist für Goldschmiede sehr wichtig. Die Schmelzpunkte sind zum Beispiel maßgeblich für Entscheidungen wie
- mit welchem Lötverfahren das Schmuckstück gearbeitet muss
- ob Schmucksteine beim Löten aus dem Schmuck ausgefasst werden müssen
- welche Lote verwendet werden müssen
- in welcher Reihenfolge Schmuck montiert werden muss
Darüber hinaus können Legierungen mit sehr großen oder sehr kleinen Schmelzintervallen Goldschmiede vor besondere Probleme stellen, da große Schmelzbereiche die Wahl von Loten stark begrenzen und sehr kleine Schmelzbereiche eine solch genaue Temperaturkontrolle erfordern wie sie handwerklich kaum zu gewährleisten ist.
Beispielwerte
Zur Einschätzung der Größenordungen hier einige beispielhafte Schmelztemperaturen bzw. Schmelzintervalle.
Schmelzpunkte
Schmelzbereiche
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