Das Rhodinieren (auch: die Rhodinierung) ist eine chemische oder galvanische Beschichtung von Metallen mit dem
Platinmetall bzw.
Platinnebenmetall Rhodium. Solche Überzüge aus Rhodium sind chemisch und mechanisch sehr robust, also recht abriebfest und beständig gegen
Korrosion. Sie haben einen hellen und kalten bis bläulichen Silberton sowie einen harten,
Chrom ähnlichen Glanz.
Anwendungsgebiete bei Schmuck
Eine Rhodinierung kann eingesetzt werden, um das Anlaufen von
Silber zu verhindern, jedoch ist der Silberton von Rhodium im allgemeinen kälter und der Glanz ist härter als der des Silbers, weshalb das Verfahren bei Silberschmuck nicht sehr beliebt ist. Aus Silber gefertigte Gebrauchsgegenstände (z.B. Besteck) sind jedoch sehr oft rhodiniert.
Einige
Weißgoldlegierungen tendieren ebenfalls zu einem 'Anlaufen', zu Vergelblichung oder Schlierenbildung. Hier erbringt eine Rhodinierung oft recht gute Ergebnisse. Bisweilen rhodiniert man Schmuck aus
Weißgold oder
Palladium auch nur, um einen helleren Silberton zu erzielen. Siehe auch
Farbstandardisierung von Weißgold.
Sehr umstritten ist es, nickelhaltigen Schmuck (z.B. aus
Nickelweißgold) zu rhodinieren, um mit dieser Methode die Vorschriften der
Nickel betreffenden Verordnung über die erlaubte Abgabe von Höchstmengen an die Haut zu erfüllen. Diese Verordnung war notwendig geworden, da
Nickelallergien stark zunehmen. Eine Rhodinierung stellt jedoch keine zuverlässige Sperre für Nickel dar.
Problematisch sind Rhodinierungen, wenn sie stümperhaft ausgeführt wurden (z.B. ungenügende Vorbehandlung) oder wenn sie angewandt wurden um Pfusch zu kaschieren (z.B. dilettantische Lötungen, minderwertige Legierungen).
Wie haltbar ist eine Rhodinierung?
Zwar ist Rhodium sehr hart, jedoch genügen, wenn Sie am Strand Ihren Kindern beim Sandburgbauen helfen, schon wenige Minuten, um die hauchdünne Metallschicht an den Kanten eines Fingerringes abzutragen. Bei Ringen ist die Haltbarkeit einer Rhodinierung also sehr begrenzt, bei mechanisch praktisch nicht beanspruchtem Ohrschmuck dagegen kann sie Jahrzehnte betragen.
Technische Angaben
Silber und
Gold sowie ihre
Legierungen können direkt rhodiniert werden, andere Metalle oder Legierungen (z.B.
Messing,
Neusilber) oft nur einer vorherigen Verchromung. Gefasste
Schmucksteine sind in der Regel vorher auszufassen.
Die typische Schichtdicke einer Rhodinierung ist 2-3 µ (Mikrometer), dickere Schichten neigen zu Haarrissbildung und sind brüchig.
Wie bei allen galvanischen Beschichtungen ist eine sehr sorgfältige Vorbehandlung und Reinigung entscheidend für die Haltbarkeit der Beschichtung. Rhodiumelektrolyte sind sehr empfindlich und können im allgemeinen nicht regeneriert werden.
Dies ist nicht die Webpräsenz der präsentierten Goldschmiede und Goldschmiedinnen, und sie spiegelt nicht deren Meinung wider, aber sie ist inspiriert durch deren Schmuck und mit diesem illustriert.
Für die Aktualität, Richtigkeit oder Vollständigkeit der Informationen wird keine Gewähr übernommen. Es wurde sehr sorgfältig recherchiert, dennoch haben sich mit Sicherheit Ungenauigkeiten und Fehler eingeschlichen. Entsprechende Mitteilungen oder Anregungen zur Entwicklung dieser Website sind sehr erwünscht. Benutzen Sie dazu bitte Feedback oder die Kontaktadressen. Alle Rechte vorbehalten!
|