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Purpurgold, Amethystgold (Schmucklexikon)

Purpurfarbene bis violette Goldlegierungen oder in diesen Farben oberflächenbehandeltes Gold wird Purpurgold genannt. Daneben existieren die Bezeichnungen Amethystgold, Magentagold, Violettgold sowie Purple Gold.

Es gibt verschiedene mehr oder weniger violette Goldlegierungen, beispielsweise:

  • . Aluminiumgold ist eine violette Goldlegierung mit Aluminium.
  • . Amethystgold ist eine violette Legierung von Gold mit Aluminium und Zink.
  • . Kaliumgold mit hohem Kaliumanteil (KAu2) ist violett.

Diese Legierungen weisen unbefriedigende Materialeigenschaften auf, weil sie beispielsweise zu hart, zu spröde oder nicht gussfähig sind. Kaliumgold kann praktisch gar nicht, Aluminiumgold bzw. Amethystgold in reiner Form können nur sehr eingeschränkt zu Schmuck verarbeitet werden.



Aluminiumgold (links)
Amethystgold (rechts)

Referenz-Glieder: Silber 925 (li.), Gelbgold 750 (re.)

Die Goldfarben wurden anhand der uns vorliegenden Informationen digital simuliert. Als Modell dient das
Hummer-Armband von Uschy Schleipfer, Frankfurt.
PurpurgoldKlick für Großdarstellung PurpurgoldKlick für Großdarstellung



Massives Purpurgold

Aluminiumgold ist die violette Gold-Aluminium-Legierungen AuAl2 (Au790Al210). Bei höherem Aluminiumanteil verbessern sich zwar die physikalischen Eigenschaften der Legierung, aber es entsteht zunehmend graues AuAl (Au880Al120). Bis zu etwa Au850Al150 bleibt ein purpurner Farbton erhalten. Die Dichte beträgt ca. 7,7 g/cm3, die Schmelztemperatur liegt bei 1.060°C. Die Herstellung der Legierung muss unter Luftabschluss erfolgen, um Oxidation des Aluminiums zu verhindern. Wegen ungünstiger Materialeigenschaften (hoher Schmelzpunkt, extreme Härte und Sprödigkeit) wird dieses Purpurgold nur sehr selten zur Herstellung von Schmuck verwendet. Es kann normalerweise nicht geschmiedet werden, und unter bestimmten Umständen kann es sogar spontan instabil werden und zerfallen - ein Zerrieseln bzw. Pest-Effekt, wie er von Zinn als Zinnpest bekannt ist. Das 1942 patentierte Amethystgold weist als Legierungszusatz Zink auf, wodurch es deutlich bessere Verarbeitungseigenschaften aufweisen soll.

Ein Patent des Schweizers Professors Dr. Samuel Steinemann aus dem Jahre 1994 beschreibt Verfahren, mit dem schmiedefähiges Purpurgold mit sehr feinen Korngrößen unter 50µ erzeugt werden kann. Diese Legierungen folgen etwa dem Schema Au340Al660 bzw. Au310Cu30Al660. Das genannte Verfahren würde zudem die Pest-Effekte unterbinden.

Generell lassen Erfahrungsberichte darauf schließen, dass die Materialeigenschaften von Purpurgold wesentlich von der Struktur seines kristallinen Gefüges abhängen, also den exakten Bedingungen des Abkühlens der Schmelze, sowie beispielsweise Tempern große Bedeutung zukommt.



Lime-Schmuck
aus Edelmetallen
und edlen Kunststoffen.

Schmuck von Uschy Schleipfer, Frankfurt.
Lime-ArmreifKlick für Großdarstellung



Oberflächenbearbeitungen

In anderen, zum Teil patentierten Verfahren wird auf fertigen Gelbgoldschmuck nachträglich eine in Pulverform aufgepresste Schicht aus Aluminiumgold aufgesintert bzw. Aluminium in Aufdampfungsverfahren oder mit Diffusionsprozessen aufgebracht, wodurch oberflächlich dünne Lagen aus Amethystgold entstehen.

Recht viel Aufsehen verursachen neuere Patente aus dem asiatischen Raum, nach denen Schmuck aus Aluminiumgold durch Sinterung von gepressten Legierungspulvern hergestellt wird.


Geschichte von Purpurgold

Aluminiumgold wurde erstmalig von dem britischen Metallurgen Sir William Chandler Roberts-Austen (1843-1902) beschrieben, und Purple Gold war daher lange auch unter dem Namen Roberts-Austen Alloy bekannt. 1895 erschien in der Zeitschrift 'Scientific American' ein Artikel über die vermeintlich neu entdeckte, satt violette, weiche und geschmeidige Legierung Au500Al500. Heute wissen wird, dass dies nicht ganz der Wahrheit entsprochen haben kann. Au500Al500 ist weiß mit lila Farbstich und sehr spröde. Unter der Bezeichnung Amethystgold wurden 1946 von Ludwig Weiss und Jakob Spanner (Frankfurt bzw. Neu-Isenburg) neue Legierungen nach dem Muster Au750Al200Zn50 patentiert.


Punzierung von Purpurgold

Amethystgold darf in Deutschland ab einem Goldgehalt von mindestens 33,3% Gold genannt und als solches (Gold 333) gepunzt werden, in den meisten anderen Staaten jedoch erst ab einem Goldanteil von 37,5% (Gold 375) oder 58,5% (Gold 585).
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