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Politur (Schmucklexikon)


Unter Politur bzw. Polieren versteht man Oberflächenbehandlungen, die glänzende oder zumindest glatte Oberflächen erzeugen sollen. Die geschieht meist durch eine mechanische Glättung der Oberfläche, wobei der erzielbare Grad der Glättung bzw. des Glanzes auch vom bearbeiteten Material selbst (z.B. dessen Kristallstruktur) abhängt.

Im engeren Sinne bezeichnet der Goldschmied mit Politur den Vorgang, mit dem nach dem Glätten durch Schleifen der Glanz erzeugt wird. Das Gegenteil der Politur ist die Mattierung. Im gängigen Sprachgebrauch glättet sich eine Oberfläche zunehmend von rau über matt, halbmatt, seidenmatt, seidenglänzend / satiniert, glänzend, hochglänzend bis spiegelglänzend.


Polierstähle

PolierstähleKlick für Großdarstellung


Im Zusammenhang mit Schmuck betrifft der Begriff meist die Oberfläche von Metallen, und in der Schmuckherstellung sind viele verschiedene Verfahren bekannt, um unterschiedliche Grade einer Politur zu erzielen. Generell sollte sich die Art einer Oberflächengestaltung jedoch nicht nur an Geschmack orientieren, sondern auch dem Verwendungszweck und den verwendeten Materialien angemessen sein. So ist es beispielsweise diskussionswürdig, Schmuck aus relativ weichen Materialien (z.B. Sterling-Silber) mit hoher mechanischer Beanspruchung (z.B. Fingerringe) hochglanzpoliert oder seidenmattiert herzustellen, da absehbar ist, dass diese Schmuckstücke schon nach kurzer Zeit des Tragens ihren Oberflächencharakter verlieren werden.


Hummer-Armband
Stilvollendetes Gliederarmband
aus Silber oder anderen Edelmetallen.

Schmuck von Uschy Schleipfer, Frankfurt.
Hummer-ArmbandKlick für Großdarstellung



Arten der Politur

Es gibt zwei prinzipiell unterschiedliche Techniken der Politur. Die eine, zu der auch generell das Schleifen gehört, ist eine sog. spanende Verarbeitung, bei der Unebenheiten mechanisch abgetragen werden. Technisch werden bei der spanenden Polierung gewöhnlich feine Schleifkörper (z.B. Schleifpaste mit Diamantpulver), die auf einem Schleifmittelträger (z.B. Filzscheiben oder Bürsten) aufgebracht sind, meist maschinell und rotierend über die Oberfläche des Schmucks verrieben. Zunehmender Grad der Politur wird durch die Wiederholung der Arbeitsgänge mit immer feineren Schleifkörpern erreicht.

Bei der anderen Methode spricht man von Druckglättung bzw. Druckpolitur. Bei ihr werden Unebenheiten nicht abgetragen, sondern glättend in die Oberfläche eingepresst. Die Druckpolitur erfolgt ohne Poliermittel und mit recht hohem Druck, z.B. mit einem Polierstahl oder oder einem Polierstein.





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