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Ohrschmuck (Schmucklexikon)
Ohrschmuck ist am Ohr getragener Schmuck in Form von Scheiben, Pflöcken, Ringen, Gehängen oder Knöpfen. Er wurde in praktisch allen Epochen und allen Erdteilen von Frauen und meist auch von Männern und Kindern getragen. Schon aus der Jungsteinzeit ist die Benutzung von Ohrpflöcken und Ohrknöpfen bekannt. Ohrringe aus Kupfer wurden schon in der ausgehenden Jungsteinzeit bzw. der frühen Bronzezeit getragen.
Spätestens seit dem Mittelalter ist die Verbreitung und Art von Ohrschmuck in Mitteleuropa starken Modeschwankungen unterworfen, übrigens meist in direktem Zusammenhang mit der jeweiligen Haartracht.
Verschlüsse und Befestigungen
In den meisten Fällen wird das Ohr, im allgemeinen das Ohrläppchen, für Ohrschmuck durchbohrt, manchmal auch übermäßig ausgeweitet. Es gibt jedoch auch Ohrschmuck zum Klemmen (mit Clips oder Schrauben) und zum Aufschieben auf den Ohrrand ('Schieber').
Eine Besonderheit stellt Ohrschmuck aus weichen Materialien (meist Gold) dar, der um das Ohr geformt wird, sozusagen ein Abdruck der Ohrform bildet, und auf diese Weise mechanisch hält.
Ohrschmuck gibt es auch einfach nur zum Umhängen, wobei die Befestigung am Ohr mit einem Faden oder Ohrendraht erfolgt. Spielerisch erzeugen Kinder diese Ohrringform, wenn sie Kirschen als Ohrgehänge benutzen. Diese Ohrringform ist zum Beispiel aus Albanien (silbernes Ohrringpaar mit Faden, 7./8. Jahrhundert nach Christus) und spätestens seit 1740 aus Deutschland ('Ohrenspange' mit Ohrendraht-Befestigung) bekannt.
Die gängigsten Verschlussformen für Ohrringe sind die recht alten Ohrhaken (mit und ohne Sicherung) sowie Klapp- und Schnappbrisuren. Seit dem 19. Jahrhundert gibt es die Schraubbrisuren und Ohrschrauben, und im 20. Jahrhundert kamen die Ohrstecker, Clips und Federverschlüsse auf. Von den genannten Verschlussformen erfordern lediglich der Clip und die Schraubbrisur keine Durchbohrung im Ohrläppchen.

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