Vorkommen und Verfügbarkeit
Als gediegenes Metall kommt Nickel nur in Meteoriten vor. Gewonnen wird es zum Beispiel aus Rotnickelkies (NiAs), Weißnickelkies (Chloanthit), Garnierit und Magnetkies. Nickel ist mit 0,08 % am Aufbau der Erdkruste beteiligt, im Erdkern wird ein Anteil von ca. 10% vermutet, was auch in etwas dem Nickelanteil in Eisenmeteoriten entspricht.
Die wichtigsten Förderländer sind Canada, die GUS-Staaten (z.B. die Stadt Norilsk Nickel) und Australien.
Verwendung
Nickel wird zur korrosionshemmenden und härtenden Stahlveredelung (Nickelstähle, Chromnickelstähle), als härtendes, korrosionshemmendes oder entfärbendes Legierungsmetall (z.B. Münzlegierungen,
Neusilber) sowie als reines Metall zur galvanischen Vernickelung oder für Katalysatoren und Sonderinstrumente (Medizin- und Laboratoriumstechnik) verwendet.
Geschichte
Als Element wurde Nickel 1751 von Axel Frederik Cronstedt entdeckt.
Doch schon lange vor der Entdeckung des Metalls durch Cronstedt waren nickelhaltige Legierungen in Indien und China bekannt, z.B. als
Pacfong, einer silberähnlichen Legierung aus Kupfer, Zink und Nickel (siehe auch:
Neusilber).
Im griechisch-indischen Königreich Baktrien (heutiges Pakistan) wurden in der Zeit zwischen 200 und 165 v. Chr. von drei Herrschern Münzen aus einer Kupfer-Nickel-Legierung geprägt, kurioserweise in einem Mischungsverhältnis (18-21% Ni, 75-78% Cu), das auch heute für Münzen verwendet wird.
Seit Mitte des 18. Jahrhunderts wurde das
Suhlener Weißkupfer zu Gewehrbeschlägen, Pferdegeschirr und Ähnlichem verarbeitet. Diese Legierung wurde aus aufgearbeiteten Schlacken von Kupferhütten gewonnen und enthielt neben 88% Kupfer auch 9% Nickel.
1823 gelang dem Schneeberger Chemiker Dr. Ernst August Gleitner die Herstellung einer dem chinesischen Pacfong entsprechenden Legierung aus 55% Kupfer, 25%
Zink und 20% Nickel, die er aufgrund der Ähnlichkeit mit Silber
Argentan nannte. Wenig später brachten die Berliner Gebrüder Henninger die dem Argentan ähnliche Legierung
Neusilber auf den Markt. In der Folge wurde '
Neusilber' der Überbegriff für die Pacfong und Argentan ähnlichen Legierungen auf Kupfer-Zink-Nickel-Basis (z.B. auch
Alpacca), die in der Hauptsache für Pferdegeschirr, Besteck und andere Haushaltsgegenstände verwendet wurden (siehe auch:
Neusilber).
Durch den stark steigenden Bedarf an
Neusilber entstanden im 19. Jahrhundert an mehreren Orten Europas Nickelfabriken (1825 in Reichenau, 1838 in Ädelfors, Schweden, 1840 in Espedalen, Norwegen), später auch weltweit (1875 in Neukaledonien, 1888 in Kanada).