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Mokume-Gane, 2. Teil (Schmucklexikon)
Zum Anfang des Artikels: Mokume-Gane - 1. Teil Mokume-Gane wurde von dem Japaner Denbei Shoami (1651-1728) entwickelt, wobei er auf das Wissen der etwa 2000 Jahre alten japanischen Schwertschmiedekunst sowie die großen Kenntnisse Japans der Metallfärbetechnik und farbiger Metalllegierungen aufbaute. Die alte Kunst, aus gefaltetem Stahl Schwertklingen zu schweißen und zu schmieden, war auch in Europa und dem Nahem Osten bekannt (Damaszenerschwerter, damaszieren) und diente in erster Linie der Optimierung physikalischer Eigenschaften wie Elastizität und Härte. Dagegen entstammten die vielfältigen Verfahren, farbige Metalllegierungen und Metalloberflächen zu erzeugen, ästhetischen Bedürfnissen und dem Umstand, dass Japan arm an Bodenschätzen ist und somit Edelmetalle vorwiegend in legierter Form verwendet wurden. Verwendet wird Mokume-Gane in Japan als Oberflächenmaterial oder als Inlay, vorrangig zur Verzierung von Metallgeschirr, seltener für Schmuck.
Eine mit Mokume-Gane vergleichbare Technik wurde in Europa nicht entwickelt, weder in verfahrenstechnischer Hinsicht noch in ästhetischer. Besonders die vielfältigen, sehr lebhaften und warmen Farbwirkungen von Kupferlegierungen und Kupferpatina wurden im Westen kaum beachtet und ausreichend zur Geltung gebracht. Technische Teilaspekte von Mokume-Gane finden sich im Niello (Intarsien mit einer dunklen bis schwarzen Silber-Kupfer-Blei-Legierung), in der Tauschierung (Metallintarsien) sowie in verschiedenen Verwalzungstechniken. In gestalterischer Hinsicht jedoch lassen sich im westlichen Kunsthandwerk kaum vergleichbare Ansätze aufspüren. Schmuck wurde allenfalls durch Anlauftechniken, Email oder Mineralien um organische Strukturen bereichert.
Es ist daher außerordentlich begrüßenswert, wenn westliche Goldschmiede sich das Wissen um Mokume-Gane aneignen und den Gestaltungsspielraum bei der Herstellung von Schmuck um diese besondere und einmalige Technik erweitern - auch wenn Mokume-Gane nur schwer mit dem deutschen Stempelgesetz in Einklang zu bringen ist, und eine Stempelung des Schmucks daher vorsichtshalber meist unterbleibt. Aber ich denke, dass jene Schmuckkunden, die den Wert von Schmuck nur anhand des Edelmetallstempels bemessen, ohnehin für die ästhetischen Besonderheiten von Mokume-Gane und den Wert des enormen, dafür notwendigen Zeitaufwandes nicht zugänglich sind. Das Wort 'Mokume-Gane' bedeutet soviel wie 'holzgemasertes Metall'. Andere, heute jedoch kaum noch gebräuchliche Bezeichnungen sind 'Itame-Gane', 'Kasumi-Uchi', 'Guri Bori' oder 'Yosefuki'. Mit 'Mokume-Gane' wird im westlichen Sprachgebrauch sowohl die zugrunde liegende Technik als auch das entstandene Halbzeug bezeichnet.
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