Mokume-Gane ist ein im 17. Jahrhundert in Japan entwickeltes Verfahren zur Gestaltung von
Buntmetallen, das Verwalzungs-, Metallfärbe- und
Schweißtechniken miteinander vereint. Es lassen sich damit aus Metallen bzw.
Metalllegierungen organische, an bewegtes Wasser oder Holzmaserung erinnernde Strukturen, aber auch grafische oder kalligrafische Oberflächeneffekte erzielen.
Bei Mokume-Gane werden zunächst zwei bis ca. 40 Bleche in verschiedenfarbigen Lagen miteinander zu massiven Barren verschweißt. Dies geschieht ohne Lot und Flussmittel im reduzierenden Ofen; oder mit der offenen Flamme, dann aber mit Flussmittel. Je nach verwendeter Legierungen erfolgt die Verschweißung in einem oder in mehreren Durchgängen, mit jeweils fallender Schweißtemperatur.
Der so aus den Blechlagen entstandene Barren wird durch Verwinden, Abschrägen der Kanten, Einkerben bzw. Fräsen von Löchern, Schlitzen und Rissen weiterbearbeitet. Im nachfolgenden Arbeitsschritt werden durch Schmieden und Walzen die entstandenen Vertiefungen wieder egalisiert bis ein gleichmäßig starkes, nun jedoch gemasertes Blech oder ein Draht entstanden ist.
Zum Schluss werden die entstandenen Halbzeuge noch gefärbt bzw. künstlich
korrodiert, und die Oberflächenbeschaffenheit wird der gewünschten Lichtwirkung angepasst.
Die verwendeten Ausgangsbleche haben typischerweise eine Stärke zwischen 0,3 und 1,2 mm, theoretisch unterliegt Mokume-Gane jedoch keinerlei Größenbeschränkungen. Als Materialien bieten sich
Kupfer,
Silber,
Gold und
Palladium in speziellen Legierungen an, aber auch exotischere Stoffe, wie zum Beispiel metallisches Arsenik. Da
Platin eine recht kleine
Wärmeausdehnung aufweist, eignet es sich nur bedingt für Mokume-Gane (zum Beispiel in Kombination mit dem sehr geschmeidigen Feingold).
Die in Japan entwickelten Mokume-Gane Legierungen sind genau nach Zusammensetzung,
Schmelzpunkt und Farbe definiert:
Shakudo (dunkelrot bis schwarz), Shibuichi (japanisch für 'Viertel'; eine graue Kupfer-Gold-Legierung mit 25% Gold), Shiro Shibuichi (hellgrau), Kuro Shibuichi (dunkelgrau) und die Arsenverbindung Kuromi-Do (dunkelbraun bis schwarz). Daneben werden noch die reinen Metalle Silber (weiß), Feingold (gelb) und Kupfer (orange bis braun) verwendet. Zum
Patinieren wird unter anderem die Kupfersulfat-Zubereitung Rokusho eingesetzt.
Die Verarbeitung von Kuromi-Do muss wegen ihres Arsen-Gehaltes unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen erfolgen. Auch Rokusho ist giftig, vor allem ist im Zusammenhang mit Schmuckherstellung zu bedenken, in wieweit patinierte Metalle hautverträglich sind.
Es versteht sich von selbst, dass diese Technik, mit etlichen von Zwischenschritten, wie Zwischenglühen, Beizen und Reinigen, extrem zeitaufwändig und arbeitsintensiv ist, und die Resultate auch mit viel Erfahrung nicht exakt vorhersehbar sind. Auch lassen sich kleine Fehler in der Oberfläche kaum vermeiden.
Dies ist nicht die Webpräsenz der präsentierten Goldschmiede und Goldschmiedinnen, und sie spiegelt nicht deren Meinung wider, aber sie ist inspiriert durch deren Schmuck und mit diesem illustriert.
Für die Aktualität, Richtigkeit oder Vollständigkeit der Informationen wird keine Gewähr übernommen. Es wurde sehr sorgfältig recherchiert, dennoch haben sich mit Sicherheit Ungenauigkeiten und Fehler eingeschlichen. Entsprechende Mitteilungen oder Anregungen zur Entwicklung dieser Website sind sehr erwünscht. Benutzen Sie dazu bitte Feedback oder die Kontaktadressen. Alle Rechte vorbehalten!
|