Unter
Mattieren versteht man Oberflächenbehandlungen, die glänzende oder zumindest hochglänzende Stellen beseitigen, also matte Oberflächen erzeugen sollen. Die geschieht stets durch eine Aufrauung einer Oberfläche und kann entweder mechanisch (z.B. Bürsten oder Schleifen), chemisch (z.B. Ätzen oder Pigmentauftrag) oder durch Strahlung (z.B. Laser oder Beschuss mit Neutronen) erreicht werden. Das Gegenteil der Mattierung ist die
Politur.
Im Zusammenhang mit Schmuck betrifft dieser Begriff meist die Oberfläche von Metallen, und in der Schmuckherstellung sind viele verschiedene Verfahren bekannt, um unterschiedlichste Arten von Mattierung zu erzielen. Generell sollte sich die Art einer Oberflächengestaltung jedoch nicht nur an Geschmack orientieren, sondern auch dem Verwendungszweck und den verwendeten Materialien angemessen sein. So ist es beispielsweise diskussionswürdig, Schmuck aus relativ weichen Materialien (z.B.
Sterling-Silber) mit hoher mechanischer Beanspruchung (z.B. Fingerringe)
hochglanzpoliert oder satiniert herzustellen, da absehbar ist, dass diese Schmuckstücke schon nach kurzer Zeit des Tragens ihren Oberflächencharakter verlieren werden.
Einige Arten der Mattierung
Eine
grobe Feilung mit der Hand hinterlässt unregelmäßige und deutlich sichtbare Riefen in einer Metalloberfläche, was den Vorteil hat, dass später entstehende Kratzer und Macken kaum auffallen. Der Alterungsprozess wurde vom Goldschmied mit einer solchen Gestaltung der Oberfläche optisch schon vorweg genommen.
Grob gefeilte Oberflächen werden gerne bei stark beanspruchtem Schmuck aus relativ weichen Metallen angewandt.
Etwas feinfühliger (auch wenn das Wort es nicht vermuten lässt) ist das
Kratzen, das meist maschinell mit Bürsten aus
Messing erfolgt.
Gekratzte Oberflächen weisen mattglänzende Oberflächen auf.
Beim
Sandstrahlen mit
Quarzsand oder
Korund lässt sich eine sehr gleichmäßige Mattierung mit - abhängig von der Korngröße - unterschiedlichsten Oberflächeneffekten erzielen.
Bei handgefertigtem Schmuck können Goldschmiede auf weitere Werkzeuge zur Mattierung zurückgreifen, wie z.B.
Mattierpunzen,
Bimsstein und
Schleuderbürsten. Besonders kreative Goldschmiede entwickeln auch eigene Methoden, die sie geheim halten und auf diese Weise Oberflächen erzeugen können, die sich vom Üblichen abheben und zudem kaum nachahmbar sind.
Unter
Satinierung versteht man einen sehr feinen und gleichmäßigen Seidenglanz, der durch unterschiedliche Verfahren erzeugt werden kann. Der Begriff leitet sich von 'Satin' ab, also einem feinen und praktisch strukturlosen Gewebe mit glänzendem Schimmer.
Im gängigen Sprachgebrauch glättet sich eine Oberfläche zunehmend von
rau über
matt,
halbmatt,
seidenmatt,
seidenglänzend /
satiniert,
glänzend,
hochglänzend bis
spiegelglänzend.
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