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Lötverfahren (Schmucklexikon)

Das Löten ist die wichtigste Goldschmiede-Technik zur dauerhaften Verbindung von metallischen Teilen. Dabei wird in die Fuge zwischen den zu verbindenden, erhitzten Metallflächen geschmolzenes Lot (spezielle Legierung) als Bindemittel eingebracht, wodurch an den Grenzflächen zwischen den Metallen und dem Lot durch Diffusion eine neue Legierung entsteht, die Grenzfläche also 'verwischt'.


Weichlöten / Hartlöten / Schweißen

Unterschieden wird Weichlöten (meist Lote auf Zinn-Basis, Temperaturbereich bis 450 °C), Hartlöten (z.B. Silber- oder Gold-Lote, Temperatur bis 900 °C) und Hochtemperaturlöten.

Da Weichlötungen nur eine geringe Härte und Stabilität aufweisen, werden sie bei der Schmuckherstellung nur in Ausnahmefällen eingesetzt, jedoch spielen sie bei Reparaturen von Schmuck eine gewisse Rolle.

Im Gegensatz zum Löten werden beim Schweißen die zu verbindenden Metalle selbst durch Hitze (oder durch Druck) an den Grenzflächen verflüssigt, damit sie ineinander fließen und sich auf diese Weise dauerhaft verbinden.



Querette
Auffällige Querfingerringe
mit großen Edelsteinen.

Schmuck von Uschy Schleipfer, Frankfurt.
QueretteKlick für Großdarstellung



Die beim Löten zu verbindenden Metallteile müssen sauber sein, da sonst Verunreinigungen die notwendige Diffusion und damit eine zuverlässige Verbindung verhindern. Besonders problematisch sind dabei Oxidationsschichten, wie sie von den meisten Metallen bei den für die Lötung notwendigen hohen Temperaturen gebildet werden. Um sie zu vermeiden, werden beim Löten meist sogenannte Flussmittel eingesetzt, zum Beispiel Zinkchlorid, Ammoniumchlorid, Kolophonium, Borax und Borsäure. Bisweilen arbeitet man auch in einer sauerstofffreien Atmosphäre.

Die Lote müssen mit den zu verbindenden Metallen optisch und technisch harmonieren. So verwendet man für die Verbindung von Silberblechen zweckmäßigerweise ein Silberlot mit möglichst ähnlicher Farbe, wobei der Schmelzpunkt des Lotes immer niedriger als der der zu verbindenen Metalle sein muss. Bei komplexen Montagen werden der Reihe nach Lote mit niedrigeren Schmelzpunkten eingesetzt, um bereits bestehende Lötnähte nicht mehr anzuschmelzen.


Als Wärmequelle wird zum Weichlöten meist ein elektrisch beheizter Lötkolben oder eine Lötflamme ohne besondere Sauerstoffzufuhr eingesetzt.


Löten von Schmuck

Das Standard-Lötwerkzeug von Goldschmieden zum Hartlöten ist die Lötpistole in Verbindung mit Erdgas, Propangas oder Acetylen. Durch ein sog. Lötrohr bläst der Goldschmied bei Bedarf Luft in die Gasflamme, wodurch er die Form und die Temperatur (bis ca. 1.900 °C mit Erdgas oder Propangas und 2.300 °C mit Acetylen) der Flamme sehr feinfühlig kontrollieren kann. Für Hochtemperatur-Lötverfahren wird auch ein Gas-Sauerstoff-Gemisch verwendet, wodurch sich Temperaturen von über 3.000 °C erreichen lassen.





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