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Kupfer, 2. Teil (Schmucklexikon)

Zum 1. Teil des Glossareintrags Kupfer: 1. Teil



Kulturgeschichtliche Bedeutung

Kupfer spielt kulturgeschichtlich eine große Rolle. Da das Metall in der Natur auch in gediegener Form vorkommt (das größte bisher gefundene "natürliche" Kupferstück wog 420 Tonnen), wurde es bereits vor über 10.000 Jahren, und damit als erstes Metall, von Menschen als ein durch Hämmern formbarer und härtbarer 'Stein' verwendet. Fundstücke stammen z. B. aus der Nähe von Konya in Anatolien (7.000 v. Chr.) und Ägypten (4.800 v. Chr.).

Nachdem die Menschheit erlernt hatte, Metall zu schmelzen und Kupfer aus Erz auszuschmelzen (ca. 6.000 v. Chr.) sowie der Entdeckung anderer Metalle wie Zinn und
Blei, war der Weg zur Herstellung von Bronze (Ägypten, ca. 3.500 v. Chr.) und damit dem Beginn der eigentlichen Bronzezeit (ca. 2.000 v. Chr.) geebnet.

Bronzen, Legierungen von Kupfer und Zinn, sind aus geschichtlicher Sicht die wichtigsten Legierungen, da mit ihnen der Menschheit zum ersten Male harte Materialien verfügbar waren, die im Gussverfahren verarbeitet und damit Werkstücke vervielfältigt werden konnten.



Bedeutung für die Schmuckherstellung

Kupfer war wahrscheinlich das erste Metall, das Menschen zu Schmuck verarbeiteten. Die ersten Ohrringe aus Kupfer sind aus dem ausgehenden Neolithikum (Jungsteinzeit) bekannt.

Heute wird das weiche und gegen Umwelteinflüsse unbeständige Metall bei der Herstellung von Schmuck in reiner Form nur sehr bedingt verwendet, es ist für Goldschmiede jedoch ein wichtiges Legierungsmetall.



Herkunft des Wortes 'Kupfer'

Das Wort ist aus dem lateinischen 'cuprum', 'cyprum' bzw. 'aes cuprium' entlehnt, welches aus dem altgriechischen Wort für 'zyprisch' entstand, da Zypern in der Antike der Hauptlieferant für Kupfer war.





Wichtige Kupferlegierungen

  • Aes Caldarium ist eine von Plinius d. Ä. beschriebene unreine und nicht hämmerbare Kupferqualität.

  • Bronze (auch Zinnbronze) ist die Sammelbezeichnung für Kupfer-Zinn-Legierungen mit gelblicher Farbe. Siehe: Bronze.

  • Coronarium siehe Kranzkupfer

  • Messing ist eine Sammelbezeichnung für gelbe Kupfer-Zink-Legierungen mit 50-95% Kupferanteil, meist auch einem dritten Metall. Siehe: Messing.

  • Rotguss ist eine Legierung aus Kupfer, Zinn, Zink und meist auch Blei, mit ca. 85% Kupferanteil.

  • Tombak ist eine rötliche Messinglegierung mit mehr als 67% Kupfer. Für die Schmuckherstellung spielt es eine Rolle als Grundmaterial für Dublees und Modeschmuck. Siehe auch: Messinglegierungen.

  • Franzgold bzw. Pariser Gold ist eine Kupferlegierung mit 80% Kupfer und 20% Gold. Es wird für Goldauflagen im Kunstgewerbe verwendet.

  • Kranzkupfer (coronarium) ist eine von Plinius d. Ä. beschriebene dünn aushämmerbare Qualität zyprischen Kupfers. Aus weiteren Beschreibungen Plinius' ließe sich jedoch auch ableiten, dass es sich um Messing gehandelt haben könnte. Der Name leitet sich von seiner Verwendung für billige Kränze für Schauspieler ab.

  • Perusilber ist eine Legierung mit 30-65% Kupferanteil, 30-40% Silber und 5-30% Nickel.

  • Neusilber (auch Alfenide, Alpacca, Alpaccasilber, Argentan oder Christofle) besteht aus Kupfer, Zink und Nickel. Es ist gelblich- bis silberweiß, hart und federnd und wird für Nadeln, Federn und als Besteck-Grundmetall verwendet. Siehe: Neusilber.

  • Platinin ist eine silberweiße, nicht anlaufende Kupfer-, Nickel-, Zink-, Wolfram-Legierung. (Als Platinin werden jedoch auch spezielle Platinmodifikationen, z.B. Cisplatin, Carboplatin benannt, die nicht für Schmuck, sondern speziell im medizinischen Bereich eingesetzt werden.)

  • Regulare war von Plinius d. Ä. beschriebenes, offenbar sehr reines zyprisches Kupfer, das sich treiben ließ. Übersetzt wird der Begriff - wenn überhaupt - mit Stangenkupfer oder Barrenkupfer.

  • Shakudo siehe Shakudo

  • Suhlener Weißkupfer ist eine Kupfer-Nickel-Legierung. Siehe: Nickel





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