Kruzifix (Schmucklexikon)
Unter Kruzifixen versteht man
Kreuze als plastische Darstellungen des christlichen
Kreuzsymbols, oft zusammen mit dem gekreuzigten Christus.
Altarkreuze sind meist in Holz, seltener in Metall (z.B.
Gold,
Silber,
Bronze,
Kupfer),
Elfenbein oder Stein ausgeführt, oft aufwändig mit
Email,
Schmucksteinen oder Filigran verziert. Als Gemmenkreuz (crux gemmata) bezeichnet man mit Edelsteinen verzierte Altarkreuze. Künstlerisch bedeutende Kruzifixe stammen zum Beispiel aus der romanischen und gotischen Epoche. Der gotische Stil erhielt sich für Kruzifixe noch bis in die Renaissancezeit. Danach wurde mehr Gewicht auf eine naturalistische Durchbildung des Leichnams Christi gelegt.
Kruzifixe, die den Corpus Christi abbilden, traten seit etwa dem 5. Jh. an die Stelle des einfachen
Kreuzes. Bis zum Ende des 9. Jh. wurde der Gekreuzigte lebend dargestellt, sowohl mit einem schmalen Schurz als auch mit einem langen Gewand oder mit einer von den Hüften bis auf die Füße reichenden Tunika bekleidet. Im Mittelalter kam nur der schmale Schurz vor. Auf den ältesten noch vorhandenen Kruzifixen (in einer syrischen Evangelienhandschrift vom Mönch Rabula und dem zu Monza aus dem 6. und Anfang des 7. Jh.) ist Christus noch mit vier Nägeln an Händen und Füßen dargestellt. Gegen das Ende des Mittelalters gewann die Darstellung mit gekreuzten Füßen (also mit insgesamt drei Nägeln) immer mehr Verbreitung.
Vortragkreuze werden bei Prozessionen vorangetragen und sind zu diesem Zweck unten mit einer eisernen Spitze versehen, um auf Stangen gesteckt zu werden. Bisweilen sind Altarkreuze so gebaut, dass sie auch als Vortragkreuze verwendet werden können.
Kruzifixe als Anhänger sind der wichtigste christliche Sakralschmuck. Man findet sie als Anhänger für Halsketten oder für Rosenkränze.
Das Wort 'Kruzifix' leitet sich vom lateinischen 'crucifixus' (der Gekreuzigte) ab, d.h. eigentlich müsste es 'der Kruzifix' heißen.
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