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Granulation (Schmucklexikon)Granulation ist eine Ziertechnik, um kleine Edelmetallkügelchen durch Heißverarbeitung einzeln, in Linien oder flächig, dauerhaft auf einer Metalloberfläche zu befestigen. Dabei wird Gold durch den Granuleur in Form von oft nur den Bruchteil eines Millimeter großen Kügelchen, sogenannten Granalien, auf einen Untergrund aus Gold aufgelötet bzw. aufgeschweißt. Selten werden für diese Technik auch andere Edelmetalle verwendet.Bei sehr kleinen Kügelchen mit einem sehr dichten Auftrag spricht man auch von Staubgranulation, die einen matten, samtigen Oberflächencharakter erzeugt, der besonders von den Etruskern gerne in reizvollem Kontrast zu glatten, glänzenden Goldoberflächen eingesetzt wurde.
Granulation ist eine der ältesten komplexen Goldschmiedetechniken. Sie war schon in einfacher Form im 3. vorchristlichen Jahrtausend bekannt (Ur) und wurde im zweiten Jahrtausend durch die Ägypter verfeinert. Zur Perfektion jedoch wurde sie ca. 500 bis 600 v. Chr. besonders durch die Etrusker weiterentwickelt, welche ausgiebig und mit großem Können von dieser dekorativen Technik Gebrauch machten und mit flächiger Anwendung der Granulation Gold von regelrecht samtigem, sogar pelzigem Aussehen erzeugten. Auch aus Kreta und Troja sind aus dem gleichen Zeitraum zahlreiche granulierte Schmuckstücke erhalten. Ausführlich beschrieben wurde die Granulationstechnik z.B. von Plinius dem Älteren in seiner "naturalis historia" um 77 n. Chr. und Theophilus Presbyter in der "schedula diversarum artium" um das Jahr 1100. Im späteren Mittelalter ging das Wissen um die Granulation zunächst verloren, bzw. es gehörte nicht mehr zum allgemeinen Grundwissen der Goldschmiede, was einige Schmuckkünstler des 19. Jahrhunderts in ihrer Verzweiflung dazu trieb, Granulation durch andere, primitivere Techniken zu imitieren. Erst in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde die Granulation in bedeutenderem Umfang wiederbelebt. Die Herstellung der Goldkügelchen erfolgte in der Antike durch das Ausgießen von Goldschmelze in Wasser, auf im Wasser liegende Steinplatten oder in Holzkohlenpulver, wodurch das Gold jeweils in Form von kleinen Kügelchen erstarrte. Heute wird im Allgemeinen bereits zerkleinertes Gold in Holzkohlepulver nachgeschmolzen, wodurch es eine gleichmäßig runde Form erhält. Auch zum Aufschmelzen der Kügelchen auf den Untergrund sind mehrere verschiedene Techniken überliefert, wie zum Beispiel das schon von den Ägyptern angewandte kolloidale Hartlöten mit einem Klebstoff (z.B. Fischleim) und zermahlenem Malachit (Kupferkarbonat) als Lot, weswegen man diesen Edelstein früher 'Chrysokolla' (Goldlot) bezeichnete (nicht zu verwechseln mit dem heutigen Chrysokoll, der nicht identisch mit Malachit ist).
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