Das Wort 'Währung' ist abgeleitet von 'Gewährleistung', steht also für die Funktion von Geld, einen Tauschwert zu garantieren. Bei einer modernen, sogenannten 'freien' Währung ist diese Gewährleistung jedoch nicht mehr gegeben. Der Wert der Währung folgt letztlich den Mechanismen von Angebot und Nachfrage, und er kann auch völlig zusammenbrechen. Aus diesem Grund fliehen Anleger bei schwindendem Vertrauen in Politik und Wirtschaft in Sachwerte, beispielsweise Gold oder Immobilien.
Das blinde Vertrauen in die an sich wertlosen, kleinen bedruckten Papierscheinchen unserer modernen Währungen ist noch nicht sehr alt. Noch bis zum 15.8.1971 bestand eine Goldeinlösepflicht für den amerikanischen Dollar, der Dollar war eine Goldwährung.
Bei Goldwährungen (auch 'Goldstandard', engl. 'gold standard') bestand entweder die Währung selbst in Form von Münzen aus
Gold oder anderen
Edelmetallen, oder aber die Währung war durch einen realen Bestand von Edelmetallen gedeckt, und es bestand ein Anrecht, das Geld in den Gegenwert dieser Edelmetalle einzutauschen (siehe auch Glossar:
Gold,
Goldpreis). In den USA wurde dazu in der Hauptsache Gold deponiert, das meiste war in dem Militärstandort Fort Knox in Kentucky eingelagert.
Die Aufhebung der amerikanischen Golddeckung unter Franklin Delano Roosevelt (32. Präsident der USA, 1933 - 1945) wurde damals sehr kontrovers diskutiert. Roosevelts Amtsvorgänger Herbert Hoover (31. Präsident der USA, 1923 - 1933) bekämpfte diesen Schritt vehement und fasste dabei die Problematik kernig zusammen: "Wir haben Gold, weil wir Regierungen nicht trauen können." Aber letztlich sahen sich die USA aufgrund ihrer überproportionalen Neuverschuldungen zu diesem Schritt gezwungen.
Währungen ohne Goldparität werden 'freie' Währungen genannt. Sofern diese freien Währungen durch eine Zentralbank nach definierten Regeln gesteuert werden, der Kurs also nicht unkontrolliert von Angebot und Nachfrage abhängt, spricht man von "freien, manipulierten" Währungen.
Bei der Reichsmark wurde die Golddeckung 1931 aufgehoben. Die Deutsche Mark war von vorne herein eine reine Papierwährung, wurde jedoch 1958 Bestand der internationalen Golddevisen-Währung, womit sie indirekt über die amerikanische Golddeckung bis 1971 gesichert war. Seit 1971 gibt es keine frei konvertierbare Währung mit Golddeckung mehr.
Die reine Golddeckung wurde im 19. Jahrhundert eingeführt, nachdem infolge der reichen Goldfunde in Kalifornien, Australien und später in den Randminen Südafrikas die weltweite Goldproduktion rasch wuchs: Großbritannien 1816, Deutsches Reich 1873, Niederlande 1875, Russland 1899, USA 1900. Davor gab es z.T. Silber- oder auf zwei Edelmetallen basierende (bimetallische) Deckungen. Die Einführung der Goldwährung war eine der Voraussetzungen für die Zunahme des weltweiten Handels vor dem ersten Weltkrieg gewesen, denn durch sie wurden internationale Wechselkurse stabilisiert und Vertrauen in Auslandsinvestitionen geweckt.
Goldmünzen an sich sind jedoch schon mindestens 2.800 Jahre alt, und Gold war wahrscheinlich das erste Metall, aus dem wegen seiner besonderen Eignung als Wertanlage Zahlungsmittel hergestellt wurden.
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