Glas besteht im Wesentlichen aus dem sog. Glasbildner Siliziumdioxid, also dem gleichen Stoff wie
Bergkristall oder
Quarzsand. In dieser reinen Form heißt Glas Quarzglas. Als Zusatzstoffe für andere Glassorten werden z.B. zur Absenkung der Schmelztemperatur Soda, Kalkstein, Dolomit oder Pottasche zugegeben, zur Färbung bzw. Entfärbung Metalloxide. Es sind unzählige Zusatzstoffe bekannt, mit denen sich die optischen und anderen physikalischen Eigenschaften von Glas den jeweiligen Anforderungen sehr präzise anpassen lassen.
Glas bildet beim Abkühlen keine kristalline Struktur und verhält sich daher in vielen Hinsichten wie eine praktisch unendlich zähe Flüssigkeit. Aus diesem Grund erweicht Glas beim Erhitzen allmählich, ohne definierbaren Schmelzpunkt im strengen physikalischen Sinne. Die Temperatur, ab der Glas gießbar wird, liegt bei den meisten Gläsern zwischen 1.400 °C und 1.600 °C, bei Quarzglas bei bis ca. 1.700 °C. Es lassen sich jedoch auch niedrigschmelzende Glassorten mit
Schmelzpunkten weit unter 1.000 °C erzeugen.
In Formen wird Glas durch Guss bzw. Schleuderguss, Pressen, Blasen, Ziehen und Walzen gebracht, im erstarrten Zustand lässt es sich z.B. schneiden, bohren,
polieren,
mattieren, kleben und ätzen.
Fischdose
Exklusives Meisterstück für Liebhaber
aufwändigster Handwerkskunst.
Unikat aus Silber und Email
von Uschy Schleipfer, Frankfurt. |
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Es gibt auch Gläser natürlichen Ursprungs, zum Beispiel der vulkanisch entstehende Schmuckstein Obsidian, durch Meteoriteneinschläge erzeugte Tektite und durch Blitze entstandene Fulgurite.
Glasierte Gefäße und Figuren wurden im Zweistromland schon vor 6.000 Jahren hergestellt, und einige dieser Fundstücke sind noch heute erstaunlich gut erhalten. Um 1.250 v. Chr. produzierten die Ägypter aus Quarzsand und Pottaschen mehrere zehn Zentimeter dicke Glasblöcke in großem Umfang und exportierten ihre Glasrohlinge. Das Glas wurde in einem zweistufigen Prozess in Keramik geschmolzen (ca. 900°C und 1.100°C) und an verschiedenen Produktionstandorten mit unterschiedlichen Metalloxiden eingefärbt, beispielsweise in Qintar mit Kupferbeimengungen rot.
Glas in der Schmuckverarbeitung
Als Schmuckmaterial verwendet man Glas wahrscheinlich, seitdem man es herstellen kann. Mit seiner recht hohen Härte (
Mohshärte 5-7) und Beständigkeit gegen
Korrosion, sowie vielseitig gestaltbarer Form, Oberflächenbeschaffenheit und Farbe ist es ein ideales Material für Schmuck. In inniger Kombination mit Metallen wird Glasmasse als
Email verarbeitet. Größere Mengen Schmuck mit Glas sind uns aus der 19. ägyptischen Dynastie (ca. 1300 - 1250 v. Chr.) bekannt. In zahlreichen Pektoralen und Fingerringen wurden damals die knapperen Schmucksteine Lapislazuli,
Türkis und
Karneol durch Glas ersetzt.
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