Mit dem Prinzip galvanischer Beschichtungen, wie der galvanischen
Vergoldung oder
Versilberung, lassen sich Edelmetallkopien nahezu beliebiger Gegenstände herstellen.
Hierzu wird über den Umweg einer Negativform (z.B. aus Wachs oder Kautschuk) eine Gips-, Kunststoff-, Metall- oder Wachsform des zu kopierenden Gegenstands hergestellt, mit Grafitstaub (Grafitieren) oder speziellen Lacken (z.B. Silber-Leitlack) elektrisch leitfähig gemacht und in einem Tauchbad elektrolytisch mit Metall überzogen. Oft wird im darauf folgenden Arbeitsschritt der beschichtete Kern aufgelöst, und die galvanisch entstandene Metallhülle bleibt als dünnwandige und leichte Kopie des Originals zurück.
In anderen Verfahren wird beispielsweise die Negativform oder ein direkt in Gips geschnitztes Original mit Metall beschichtet. Schließlich gibt es noch die bekannten vergoldeten oder versilberten Pflanzenteile; sie werden produziert indem die Pflanzen selbst - ohne Herstellung von Modellen - metallbeschichtet werden, nachdem man ihnen mit speziellen Verfahren vollständig das Wasser entzogen und sie elektrisch leitfähig gemacht hat.
Durch die Zusammensetzung des Tauchbades, Stromstärke und Spannung sowie Dauer der Behandlung lassen sich die Metall- bzw. Legierungsart sowie Beschaffenheit, Farbe und Dicke der entstehenden Metallbeschichtung steuern. Die Beschichtung kann homogen mit einer einzigen Metallart erfolgen, oder es kann beispielsweise zunächst eine Schicht aus
Kupfer aufgetragen werden, die in einem weiteren Arbeitsschritt mit
Gold oder
Silber überzogen wird. Die gesamte Schichtdicke einer Galvanoplastik liegt gewöhnlich zwischen 0,03 und mehreren Millimetern.
Das Verfahren wurde 1837 von Moritz Hermann von Jacobi (1801-1874) entwickelt und war besonders gegen Ende des 19. Jahrhunderts außerordentlich beliebt. In dieser Zeit wurden auch komplette Sammlungen antiker Schmuckstücke als Galvanoplastiken reproduziert.
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