Gagat wird auch
Pechkohle,
Jet oder
Jett genannt.
Es handelt sich bei Gagat um bitumenreiche, schwarzbraune bis tiefschwarze Braunkohle, nur wenig schwerer als Holz, gut schneid- und schnitzbar, schleif- und polierfähig. Entstanden ist diese Pechkohle aus Holz, in einem jahrmillionenlangen Umwandlungsprozess unter Luftabschluss und hohem Druck. Ebenso wie beispielsweise
Bernstein,
Elfenbein oder
Koralle zählt Gagat daher zu den Schmucksteinen organischen Ursprungs.
Mit einer
Mohshärte von etwa 2,5 - 3,5 ist Gagat so hart wie
Gold. Die Dichte liegt bei etwa 1,2 - 1,35, die Strichfarbe ist schwarzbraun. Seiden- bis Wachsglanz. Bisweilen vorhandene Pyrit-Einschlüsse verleihen Messingschimmer. Wie
Bernstein lässt sich Gagat durch Reibung elektrostatisch aufladen.
Aufgrund seines geringen Gewichtes eignet sich Gagat besonders für Ohrschmuck, dagegen ist das Material als Ringstein zu weich und zu empfindlich.
|
Rohgagat
(29x18x9 mm)
(32x22x11 mm)
|
|
  |
Gagatschmuck ist seit dem Altertum sehr begehrt, und früher Abbau des Materials fand wahrscheinlich schon 1.400 vor Christus statt. Eine besondere Bedeutung erhielt Gagat - neben schwarzem
Email und Onyx - im 19. Jahrhundert als schwarzer Schmuckstein für Trauerschmuck. Während des Höhepunktes dieser Mode (etwa 1870) wurde Gagat zur Deckung des großen Bedarfs nicht nur in Whitby (Yorkshire, England) abgebaut, wo die härteste und beste Qualität gefunden wird, sondern auch in Deutschland, Spanien und Frankreich. Weitere Lagerstätten finden sich zum Beispiel in der Türkei, in den USA und den GUS-Staaten, in Polen und Indien.
Unser Wort 'Gagat' (englisch 'jet', italienisch 'gagate', 'giaietto') leitet sich vom Namen der Stadt bzw. dem Fluss Gagas in Kleinasien (Lykien, Türkei) ab. Das Wort 'Jet' (ausgesprochen wie der Düsenjet) dürfte die gleiche Herkunft haben.
Unter
französischem Jet bzw.
Jett versteht man auch schwarzes
Glas als billiges Ersatzmaterial für Gagat (aufgekommen in der Mitte des 19. Jh.).
Dies ist nicht die Webpräsenz der präsentierten Goldschmiede und Goldschmiedinnen, und sie spiegelt nicht deren Meinung wider, aber sie ist inspiriert durch deren Schmuck und mit diesem illustriert.
Für die Aktualität, Richtigkeit oder Vollständigkeit der Informationen wird keine Gewähr übernommen. Es wurde sehr sorgfältig recherchiert, dennoch haben sich mit Sicherheit Ungenauigkeiten und Fehler eingeschlichen. Entsprechende Mitteilungen oder Anregungen zur Entwicklung dieser Website sind sehr erwünscht. Benutzen Sie dazu bitte Feedback oder die Kontaktadressen. Alle Rechte vorbehalten!
|