Flambieren ist eine Goldschmiedetechnik, bei der Edelmetallbleche (gewöhnlich
Gold oder
Silber) absichtlich partiell überhitzt werden, um für diese Technik typische organische Materialoberflächen zu erhalten.
Wenn man mit heißer Flamme Bleche ungleichmäßig so stark erhitzt, dass die Oberfläche bereits
dünnflüssig wird, während der Kern noch hart ist, bilden sich durch das Wechselspiel von
Wärmeausdehnung und Oberflächenspannung eigentümliche gekräuselte, wellige oder faltige Strukturen, die beim Erkalten erhalten bleiben.
Diese Technik wurde bereits intensiv im 19. Jahrhundert in Russland und in Frankreich eingesetzt, in den 50er bis 70er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde sie in Europa als Modeerscheinung recht bekannt.
Viele Goldschmiede sehen die Flambierung skeptisch. Einerseits, da die Erzeugung organischer Strukturen einen gewissen Kontrollverlust in der Schmuckherstellung impliziert, das heißt die Resultate sind nicht mehr vollständig vorhersehbar und bleiben zu einem Teil dem Zufall überlassen. Andererseits ist das Flambieren in seiner unbeabsichtigten Form als Verarbeitungsfehler (Schmoren, Schnurren) bei der Herstellung von Schmuck gefürchtet.
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