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Elfenbein (Schmucklexikon)

Elfenbein im engeren Sinn ist aus Stoßzähnen von Elefanten hergestellt. Im weiteren Sinn versteht man darunter auch Zähne von Narwal und Pottwal, fossile Mammut-Stoßzähne, Eckzähne (Canini) von Walrossen, Fluss- und Nilpferden sowie Wildschweinhauer.


Der Handel mit Elefanten-Elfenbein wurde zum Schutz der von Ausrottung bedrohten Elefanten durch das Artenschutzgesetz von 1989 verboten (1997 gelockert), die Verwendung von anderem Elfenbein ist jedoch erlaubt. Verwendung findet Elfenbein z.B. für Schnitzereien, Schmuck, Billardkugeln, Klaviertasten und im Möbelbau.


Elfenbein ist weiß bis cremefarben (auch rötliche und grünliche Töne), kaum bis mäßig gilbend, durchscheinend, gemasert bis strukturlos, elastisch bis spröde, fasrig brechend, hat eine Dichte von 1,7 - 2,0 (Mammut etwa 3) und eine Mohshärte von 2 - 3. Chemisch gesehen besteht es in der Hauptsache aus Calcium-Phosphat und Fluorapatit.

Elfenbein ist färb-, bleich-, und polierfähig. Die Verarbeitung erfolgt durch Elfenbeinschnitzer, Möbelbauer und Goldschmiede, ähnlich der Hartholzverarbeitung spanend (Sägen, Schnitzen, Drechseln, Fräsen, Bohren, Feilen) oder spanlos durch Biegen, nachdem es in Wasser 20 Minuten gekocht wurde. Zur Politur verwendet man neben speziellen Elfenbein-Poliermitteln Wiener Kalk oder Schlämmkreide mit Spiritus. Für die Reinigung wird Kochen in Seifenlaufe empfohlen, zum Bleichen stark verdünntes Wasserstoffperoxid. Das Färben von Elfenbein erfolgt meist mit tierischen oder pflanzlichen Beizmitteln.



Brosche aus Gold mit Elfenbein
von Dorothea Prühl

Brosche, deutsch
Erbach um 1840; Elfenbein
Schmuckmuseum Pforzheim
Schmuck von Dorothea PrühlKlick für Großdarstellung Schmuck: Schmuckmuseum PforzheimKlick für Großdarstellung



Elfenbein-Sorten

Elefantenstoßzahn

Der größte Teil des Elfenbeins wurde vom afrikanischen Elefanten geliefert. Seine ausgewachsenen Stoßzähne sind gewöhnlich zwei (bis zweieinhalb) Meter lang und 30 - 50 (maximal 90) Kilogramm schwer. Es wird zwischen dem Elfenbein des ostafrikanischen Elefanten (stumpf michweißes 'Milchbein') und dem des westafrikanischen (oft leicht farbigen und transparenten 'Glasbein') unterschieden.

Die Stoßzähne des indischen Elefanten bleiben meist unter 1,6 Metern Länge und 30 Kilogramm. Dieses Elfenbein ist weißer, aber schneller gilbend, relativ weich und feinkörnig.

Kleine Elefantenstoßzähne nennt man Krivellen (Crivellen, Escrivellen).


Mammutstoßzahn

Nordsibirischer, fossiler Mammut-Stoßzahn ist bis zu fünf Meter lang, dichter und schwerer als normales Elfenbein und hat durch die Jahrtausende lange Lagerung in Dauerfrost meist feine Risse und Verfärbungen bekommen.


Flusspferd, Nilpferd

Die Unterkiefer-Eckzähne des Nilpferds können bis zu 70 Zentimetern lang und vier Kilogramm schwer werden. Das Material ist sehr weiß und hart.


Walrosshauer

Die Stoßzähne des Walrosses werden bis 75 Zentimeter lang und drei Kilogramm schwer. Ihr Elfenbein ist härter, spröder und glasiger als Elefantenelfenbein.


Narwalzahn

Es handelt sich um das Horn des Narwals, das jedoch kein Horn ist, sondern ein gedrehter und nur einseitig ausgebildeter Stoßzahn des männlichen Tieres. Dieser bis zu drei Metern lange und hohle Zahn liefert hartes, sprödes und reinweißes Elfenbein.



2,74 m langer Narwalzahn
mit Lederfutteral

(Ledermuseum Offenbach)
Narwal-ZahnKlick für Großdarstellung



Pottwalzahn

Die kugeligen, bis zu zwölf Zentimeter langen und sechs Zentimeter dicken Zähne des Pottwals sind gut schnitzbar und werden in Grönland und Nordamerika oft zu Knöpfen und Spielsteinen gedrechselt.


Umukoko

Unter der Bezeichnung 'pflanzliches Elfenbein' bzw. 'vegetable ivoire', wird die unter anderem in Burundi (Nordufer des Tanganyikasee, Risizi-Ebene) beheimatete Nuss der Steinnusspalme (Hyphaene benguellensis var. ventricosa) vermarktet. Diese Fruchtkerne mit einem Durchmesser von ca. 30 - 50 mm liefern ein durchscheinendes, in Farbe und Konsistenz Elfenbein ähnliches Material, das sich für Schnitzarbeiten und zur Herstellung von Schmuck eignet. Im trockenen Zustand hat es eine Dichte von ca. 1,5 und ist glashart, nach längerer Zeit im Wasserbad nimmt es Feuchtigkeit auf und lässt sich dann leicht schnitzen.





Lesen Sie weiter: Elfenbein (2. Teil)





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