Lateinisch: ferrum; engl.: iron; franz.: fer; span.: hierro; ital.: ferro.
Chemisches Symbol: Fe
Chemisch-physikalische Eigenschaften
Eisen ist ein silberweißes Metall, das in reinem Zustand relativ weich, zäh und dehnbar ist. Eisen gehört zu den ferromagnetischen Metallen, d.h. es ist magnetisierbar (unter 768 °C).
Eisen ist beständig gegen trockene Luft, bildet jedoch mit feuchter Luft Rost. Das Metall ist angreifbar durch verschiedene Säuren, aber beständig gegen konzentrierte Salpeter- und Schwefelsäure. Die elektrische und die Wärmeleitfähigkeit betragen etwa 20% der des Kupfers.
Roheisen ist durch Kohlenstoff noch stark verunreinigt und kann in diesem Zustand nicht geschmiedet werden. Stahl, also schmiedfähiges Eisen, ist durch Reinigung vom Kohlenstoff bzw.
Legierung und Wärmebehandlung in seinen Materialeigenschaften verändert und ist der wichtigste Grundstoff der industriellen Wirtschaft. Manche Spezial- und Edelstähle sind in Aussehen, Härte und Korrosionsbeständigkeit vielen Edelmetallen überlegen.
Eisen ist für den Menschen ein essentielles Spurenelement und muss täglich mit der Nahrung zugeführt werden.
Technische Eckdaten

Ordnungszahl: 26 (4 natürliche, stabile Isotope)

Relative Atommasse: 55,85

Wertigkeit: 2, 3, (6)
Dichte: 7,87 g/ccm
Schmelzpunkt: 1.535 °C
Siedepunkt: 2.750 °C
Mohs-Härte: 4,5
Linearer Wärmeausdehnungskoeffizient (WAK): 12
Förderung und Produktion
Abgesehen von Meteoriten findet sich Eisen auf der Erde nur in gebundener Form. Es ist mit etwa 5% Anteil an der Erdkruste das vierthäufigste Element.
Gewonnen wird Eisen aus Erzen (Produktion von Roheisen), wobei im Jahr 2000 die VR China mit 131 Mio. t das größte Erzeugerland war, gefolgt von Japan (81 Mio. t), den USA (47 Mio. t) und Russland (44 Mio. t). In der Stahlproduktion führte ebenfalls die VR China (127 Mio. t), vor Japan (106 Mio. t) und den USA (101 Mio. t).
Bei der Förderung von Eisenerz führte im Jahr 2000 Brasilien mit 197 Mio. t, vor Australien (172 Mio. t) und der VR China (116 Mio. t). Die Weltförderung betrug etwa 948 Mio. t.
Geschichte
Die Eisenzeit, also die Zeit, in der Menschen lernten, Eisen in nenneswerten Mengen zu gewinnen und zu verarbeiten, war nach der Stein- und der Bronzezeit die dritte große vorgeschichtliche Periode, in der die Entdeckung und Nutzbarmachung eines neuen Werkstoffes das tägliche Leben der Menschheit wesentlich veränderte.
Als Erfinder der Eisentechnik gelten die Hetither (ca. 1.400 v. Chr.), jedoch ist der Beginn der Eisenzeit - wie bei der Bronzezeit auch - regional sehr unterschiedlich zu datieren und begann z.B. in Skandinavien erst um Christi Geburt.
Eisen in der Schmuckherstellung
Als reines Metall und Legierungsmetall spielt heute Eisen für die Schmuckherstellung nur eine sehr untergeordnete Rolle, jedoch hat sich wegen der guten Materialeigenschaften von Stahl Edelstahlschmuck einen festen Platz im Schmuckmarkt erobert.
Eisenschmuck hatte in der Geschichte verschiedene Blütezeiten (z.B. Eisenschmuck in der Latènezeit, versilberter Eisenschmuck in der Völkerwanderungszeit, Eisengusskunst im Klassizismus). In wirtschaftlichen Krisenzeiten und Kriegen der Neuzeit galt es bisweilen als patriotische Tat, Eisenschmuck zu bevorzugen. Auch während der Französischen Revolution trugen die 'sans-culottes' meist ostentativ Eisenschmuck.
Herkunft des Wortes 'Eisen'
Unser Wort 'Eisen' stammt aus dem Gotischen: 'isarn' bedeutet 'festes Metall'. Das Wort 'Stahl' leitet sich von althochdeutsch 'stahel' (Axt) ab.
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