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Diamant (Schmucklexikon)

Diamant ist zwar einer der härtesten (Mohshärte 10) natürlichen Stoffe, die wir kennen, aber er ist deswegen noch lange nicht unvergänglich, denn Diamanten sind auch sehr spröde und können daher leicht gespalten werden. Goldschmiede müssen bei der Arbeit mit wertvollen Diamanten also mit sehr viel Umsicht vorgehen (siehe auch Härte von Mineralien).

Diamant besteht aus reinem, kristallinen Kohlenstoff und ist im Idealfall farblos durchsichtig. Durch Verunreinigungen entstehen Diamanten mit zum Teil kräftigen Farben, wobei die Transparenz abnimmt. Geschliffener Diamant (z.B. Brillant) ist stark glänzend und weist eine hohe Lichtbrechung (2,417 - 2,419) auf, mit einer Dichte von 3,50 - 3,53 ist er etwa so schwer wie Topas.

Geschliffene Schmuckdiamanten (z.B. Brillanten) werden nach Farbe (colour), Reinheit (clarity), Schliff (cut) und Gewicht (carat) - den sogenannten '4 c' - beurteilt.


Siehe auch im Schmucklexikon:

Farbgraduierung von Diamanten
Reinheitsgraduierung von Diamanten
Schliffe von Edelsteinen
Brillantschliff
Princess Cut
Imitationen
Synthesen
Karat



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Aufgrund von Verunreinigungen, Rissen und Spannungen eignet sich nur ein Bruchteil (ca. 20 %) der gefundenen Diamanten zur Verarbeitung zu Schmuckdiamanten, der Rest findet Verwendung in der Industrie, besonders zum Bohren und Schleifen.

Seit 1955 können Diamanten auch synthetisch hergestellt werden, seit 1970 sogar in Schmucksteinqualität und -größe. Während sich synthetische Diamanten für industrielle Zwecke rasch durchsetzten, sind sie als Schmucksteine gegenüber den natürlichen preislich (noch) nicht konkurrenzfähig.

Diamanten sind - sofern sie keine inneren Spannungen oder Einschlüsse aufweisen - sehr hitzebeständig, verbrennen jedoch bei Temperaturen über ca. 850 °C zu reinem Kohlendioxid. Schmelzbar ist Diamant nur theoretisch, unter extremen Drücken über einer Million Atmosphären.


Die wichtigsten Diamanten fördernden Staaten sind (Klammerangaben = Jahresförderung 2000 in Millionen Karat): Botswana (21,3), Australien (19,8), Kongo (16,5), Russland (16,4) und Südafrika (10,8).


Der größte Diamant des Universums

Der größte bekannte Diamant ist übrigens ein 50 Lichtjahre entfernter Stern - ein weißer Zwerg im Sternbild des Centaurus, der anscheinend einen Kern aus reinem kristallinen Kohlenstoff - also Diamant - besitzt. Astronomen hatten ihm den Namen 'Lucy' gegeben, wohl in Anlehnung an den Beatles-Song 'Lucy in the Sky with Diamonds'. Das Gewicht des mondgroßen Diamanten wird auf 10.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000 Karat geschätzt.


Der größte Diamant der Welt

Weit abgeschlagen folgt mit 530,2 Karat der irdische 'Great Star of Africa' (Cullinan I), der heute Teil der Kronjuwelen des britischen Königshauses ist.


Der teuerste Diamant der Welt

Der teuerste Diamant ist namenlos. Es handelt sich um einen pinkfarbenen, 24,78 Karat schweren Diamanten, der am 16.11.2011 bei einer Sotheby's Auktion an den Londoner Juwelier Laurence Graff verkauft wurde - für 46 Millionen Dollar (entsprechend 34 Millionen Euro). Zuvor, seit etwa 1950 hatte sich der pinkfarbene geschliffene Stein im Besitz des New Yorker Juwelier Harry Winston befunden.

Damit wurde Wittelsbach-Graff Diamant als Rekordhalter entthront. Dieses blaue Juwel (35,56 Karat) wurde 2008 zum Preis von 24,3 Millionen Dollar erworben, ebenfalls durch Laurence Graff.


Härter als Diamant

Übrigens gibt es durchaus härtere Materialien als Diamant. Beispielsweise entstehen aus einem pulverförmigem Gemisch aus Rhenium und Bor, wenn man es über mehrere Tage auf 1.000° Celsius erhitzt, Kristalle aus superhartem Rheniumdiborid, mit denen man selbst Diamanten ankratzen kann. Das Mineral Lonsdaleit und die Verbindung Wurtzit-Bornitrid könnten ebenfalls deutlich härter sein als Diamant, zumindest legen Computer-Simulationen dies nahe. Da die genannten Materialien jedoch nur in sehr kleinen Mengen verfügbar sind, hat es offenbar noch niemand praktisch erprobt. Lonsdaleit könnte um 58% härter sein als Diamant, hätte also die Mohshärte ca. 10,6.


Wortherkunft

Das Wort 'Diamant' leitet sich vom altgriechischen 'adamas' ('das härteste Eisen') ab, der Begriff 'Brillant' wurde im 18. Jahrhundert aus dem Französischen ('brillant' = 'glänzend') entlehnt.





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