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Brünieren, Eisenschwärzung (Schmucklexikon)


Brünierungen sind Verfahren zur oberflächlichen Schwärzung (dunkelbraun bis schwarz bzw. blauschwarz) von Gegenständen aus Eisen oder Stahl. Im engeren Sinne versteht man in Deutschland darunter die durch DIN 50938 festgelegten Ein-, Zwei- und Dreibadbrünierungen. Der englische Begriff für diese Technik lautet 'bluing' bzw. 'gun bluing', auch im Deutschen ist der Ausdruck 'Bläuung' bekannt.

Wie bei allen Metallfärbetechniken wird auch bei der Brünierung keine zusätzliche Schicht auf das Werkstück aufgetragen (z.B. Lacke oder galvanische Beschichtungen wie Vergoldungen), sondern die Oberfläche des Gegenstands selbst wird verändert. Die Schwärzung resultiert dabei aus einer teilweisen Oxidation des Eisens in einer dünnen (ca. 1µ) oberflächlichen Schicht. Diese Mischoxidschicht (FeO und Fe2O3) passiviert zwar das Eisen theoretisch gegen Umwelteinflüsse, jedoch ist der Überzug lückenhaft und daher als Korrosionsschutz nur mäßig wirksam. Erst in Kombination mit Nachbehandlungen, beispielsweise mit Wachs oder Öl, lässt sich - bei geringer mechanischer Belastung - ein guter Schutz vor Korrosion erzielen. Die Brünierung erfolgt daher oft lediglich zu dekorativen Zwecken als künstliche Patina.



Ring aus geschwärztem Eisen
ungarisch?, 18. Jahrhundert

Kruzifix-Anhänger
dt., geschwärztes Eisen, 1810-1830


beide: Schmuckmuseum Pforzheim

EisenringKlick für Großdarstellung KruzifixKlick für Großdarstellung



Thermische Brünierung

Die thermische Brünierung besteht in der Erzeugung von Anlassfarben (Anlauffarben) durch Erhitzung. Die Werkstücke erwärmt man dazu auf ca. 250 - 350°C in einem Ofen, einem Sand- oder einem Ölbad. Die Anlauffarbe entsteht durch Interferenz an der entstehenden oberflächlichen Schicht oxidierten Eisens. Der erzielbare Farbton ist besonders von der Temperatur, der Erwärmungsdauer und den Begleitstoffen des Eisens abhängig.


Chemische Brünierung

Sattere Schwarztöne lassen sich mit chemischem Brünieren erzeugen. Dazu werden die Eisengegenstände in alkalische oder saure Lösungen bzw. Salzschmelzen getaucht, wodurch in den Oberflächen der Werkstücke schwarze Eisenoxidschichten entstehen. Der entstehende Farbton ist sowohl von der Werkstoffqualität als auch von den vielfältigen Faktoren der Brünierung selbt (z.B. Temperatur, Behandlungsdauer, Bewegungszyklus etc.) abhängig.

Für das chemische Brünieren eignen sich besonders reines Eisen sowie alle niedrig legierten Bau- und Vergütungsstähle (z.B. C60, C45, 42CrMo4, 34CrNiMo6). Manche Edelstähle lassen sich nach Vorätzung bzw. mit speziellen Bädern haltbar schwärzen.



Hummer-Armband
Stilvollendetes Gliederarmband
aus Silber oder anderen Edelmetallen.

Schmuck von Uschy Schleipfer, Frankfurt.
Hummer-ArmbandKlick für Großdarstellung



Rezepturen

Siehe: Rezepturen zur Brünierung





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geschwärztes Eisen Stahl.