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Blei (Schmucklexikon)


Lateinisch: plumbum; engl.: lead; franz.: plomb; span.: plomo; ital.: piombo.
Chemisches Symbol: Pb


Chemisch-physikalische Eigenschaften

Blei ist ein bläulichgraues, weiches, dehnbares und giftiges Schwermetall. Es ist an der Luft beständig, da es sich mit einer dünnen Schutzschicht von Bleioxid überzieht. In Gegenwart von Sauerstoff wird Blei durch Wasser unter Bildung des unlöslichen Bleihydroxid (Pb(OH)2) angegriffen, bei hartem Wasser unter Bildung des unlöslichen Bleicarbonat (PbCO3), jedoch bei weichem Wasser und gleichzeitiger Anwesenheit von viel Kohlendioxid unter Bildung des löslichen Bleihydrogencarbonat (Pb(HCO3)2), ist in dieser Konstellation also unbeständig. Blei wird von kalter Schwefel- oder Salzsäure nicht angegriffen, dagegen aber durch oxidierende Säuren.


Blei ist eines der ältesten Gebrauchsmetalle und wurde bereits vor 3.000 v. Chr. in Ägypten und Vorderasien gewonnen. Frühe Anwendungen waren z.B. Wasserrohre und Gefäße. Das Schwermetall war als Legierungsmetall z.B. für Bronzen sehr begehrt, auch um den Schmelzpunkt der Legierungen so weit abzusenken, dass einfache Hitzequellen wie Holzkohleöfen zur weiteren Verarbeitung ausreichten. Blei wurde auch zur Feuervergoldung und -versilberung verwendet. In der Antike wurde Zinn oft nur für eine Variante des Bleis gehalten. So unterschied z.B. Plinius d. Ä. zwischen 'schwarzem Blei' (plumbum nigrum) und 'weißem Blei' (plumbum album) für Blei bzw. Zinn.


Blei (z.B. aufgenommen in Form feiner Stäube oder Dämpfe) und Bleiverbindungen sind giftig, Bleivergiftung (Bleikrankheit, Saturnismus) ist eine meldepflichtige Berufskrankheit.


Technische Eckdaten

. Ordnungszahl: 82
. Relative Atommasse: 207,2
. Wertigkeit: 4, 2
Dichte: 11,34 g/cm³
Schmelzpunkt: 328 °C
Siedepunkt: 1.740 °C
Mohs-Härte: 1,2
Linearer Wärmeausdehnungskoeffizient (Wärmeausdehnung): 29,2


Lime-Schmuck

aus Edelmetallen
und edlen Kunststoffen.

Schmuck von Uschy Schleipfer, Frankfurt.
LimeKlick für Großdarstellung



Vorkommen und Produktion

Blei ist in der oberen Erdkruste mit etwa 0,0018% vertreten (35. Stelle der Elementhäufigkeit), hauptsächlich in Form des Minerals Bleiglanz (Bleisulfid, PbS). Als gediegenes Metall kommt Blei in der Natur selten vor.

Die wichtigsten Produzenten von Blei sind (in Mio t, 2000): VR China (1,030), Australien (0,678) und die USA (0,406). Die Weltförderung betrug in 2000 3,481 Mio t.

Die größten Bleiverbraucher sind die USA, Japan, Deutschland und China, wobei etwa 60% des Bleiverbrauchs auf die Herstellung von Starterbatterien, weitere 20% auf die chemische Industrie entfallen.

Die wirtschaftlich nutzbaren, weltweiten Bleivorräte werden auf ca. 200 Mio. t geschätzt.


Verwendung

Blei wird zur Herstellung von Akkumulatoren (60% des Bedarfs), chemischen Apparaturen, Munition und als Legierungsmetall verwendet, sowie zur Herstellung einer Vielzahl von Bleiverbindungen.


Blei in der Schmuckherstellung

Das reine Metall findet in Schmuckherstellung kaum Verwendung, eine wichtige Rolle spielt es jedoch als Legierungsmetall für Lote, Bronzen und Edelmetalllegierungen.

Im Kunsthandwerk findet sich Blei als Gussmetall (Bleiguss, z.B. für Plaketten und Medaillen, auch für Skulpturen im Außenbereich).

Bleipigmente sind Verbindungen des Bleis, die sich durch Farbe, Deckkraft und Haltbarkeit als Pigmente verwenden lassen, z.B. Bleiweiß bzw. Kremser Weiß (basisches Bleicarbonat),
Neapelgelb (Bleiantimonat), Chromgelb (Bleichromat), Bleirot bzw. Pariser Rot, Saturnrot oder Goldzinnober (Mennige) und weitere. Bleipigmente sich meist giftig.


Herkunft des Wortes 'Blei'

Unserem Wort 'Blei' (althochdeutsch 'blio', 'bliwo', altgriechisch 'molybdos', lateinisch 'plumbum') liegt wahrscheinlich eine Quelle aus dem nicht-indogermanischen Sprachraum zugrunde.





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