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Blattgold (Schmucklexikon)Blattgold ist Gold, das zu dünnen Blättchen von etwa einem Zehntausendstel Millimeter Stärke ausgeschlagen ist. Es wird als Weißgold, Grüngold, Zitrongold, Orangegold, Gelbgold, Rotgold sowie reines Gold (Feingold) verarbeitet. Aus einem Gramm Gold werden also - je nach Dicke und Legierung - ca. 3,4 bis 8,5 Quadratmeter Blattgold hergestellt.Das Verfahren zur Herstellung von Blattgold heißt Goldschlägerei bzw. das entsprechende Handwerk Goldschläger. Dieses über 5.000 Jahre alte aus Indien stammende Handwerk kam über den Vorderen Orient, Ägypten, Griechenland und den Balkan nach Mitteleuropa, wo es zunächst in Klöstern ausgeübt und ab dem Ende des 14. Jahrhunderts zu weltlichem Handwerk wurde.
Bereits die Ägypter konnten vor etwa 4000 Jahren mit einem eiförmigen Stein als Hammer 1 Gramm Feingold zu einer Fläche von einem Quadratmeter ausschlagen und somit eine Materialstärke von 0,001 mm erreichen. Zum Ausschlagen legten sie das Gold zwischen Kupferbleche bzw. Pergament oder der äußeren Hautschicht von Rinderblinddarmen (Goldschlägerhaut). Heute werden die verschiedenen Goldlegierungen maschinell in mehreren Durchgängen mit jeweiligem Zwischenglühen zu einer Dicke von 0,03 mm vorgewalzt. Danach wird das Gold mit elektrischen Federhämmern in der sogenannten Quetsche zu 0,001 mm Dicke geschlagen und schließlich in der Dünnschlagform mit verschiedenen abgerundeten Spezialhämmern mit so eindrucksvollen Namen wie Anschlaghammer, Setzhammer, Ausschlaghammer, Spitzchen und Fertigmacher auf die geforderte Dicke von ca. 0,00012 mm - 0,00008 mm gebracht. Die über Jahrtausende benutzte Goldschlägerhaut wurde inzwischen aus Geruchs- und Kostengründen durch moderne Kunststoffe ersetzt. Die Konfektionierung erfolgt in meist quadratischen Seidenpapierheftchen mit je 25 Blatt. Die gängigsten Größen der Blätter liegen zwischen 60 und 120 Millimeter Kantenlänge. Da ein einzelnes Blatt Blattgold nur wenige Tausendstel Gramm, also fast 'nichts' wiegt, muss die Verarbeitung unter Ausschluss jeglicher Luftbewegungen erfolgen. Für Außenarbeiten (z.B. Kuppelvergoldungen) werden daher unter den Bezeichnungen Sturmgold und Transfergold spezielle Konfektionierungen auf haftfähigem Papier angeboten. Blattgold wird zu vielerlei Dekorationszwecken verwendet, zum Beispiel von Buchbindern für Bucheinbände oder von Vergoldern zur Vergoldung von Bauwerken, Denkmälern, Skulpturen, Rahmen und Bildern, vor allem im Bereich der Kunstrestauration. Der Beruf des Vergolders ist ein Handwerksberuf mit dreijähriger Lehrzeit, der viele Möglichkeiten zur Spezialisierung bietet, von der Metallisierung von Objekten im Innen- und Außenbereich, über die Restaurierung von Gemälden bis zur Qualitätsprüfung und -sicherung.
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