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Die Pasten (4. Seite)
Bemerkenswerte antike Pasten des k. Museums zu Berlin
A. Antiker, den braunen Sarder nachahmender
Glasfluss. Der Tod der Semele. Jupiter bekleidet, mit gesenkten Händen und langen Schwingen, senkt sich, umgeben von Blitzen, vom Olymp herab. Einer der Donnerkeile trifft die niedergesunkene Semele. Ein etruskisches Kunstwerk ersten Ranges.
B. Grüne antike Paste. Merkur mit der Chlamys, geflügeltem Petasus und Schlangenstab, übergibt den neugeborenen Bacchus einer bis auf den Schoß entblößten und auf einem Felsen sitzenden Nymphe, welche das Kind mit beiden Händen in Empfang nimmt. Ein bewundernswertes Denkmal.
C. Blaue antike Paste. Eine in drei Felder geteilte Darstellung. Im obersten Felde die kabirische Ceres ([griech. Text]), mit verschleiertem Haupt auf einem Throne sitzend und von vorn gesehen mit klagend ausgebreiteten Händen. Auf beiden Seiten eine der 'Kabiren' ihre Söhne, zu Pferde und mit einem Drachen in Gestalt des bei den späteren Römern gebräuchlichen Feldzeichens; zu den Füßen der Ceres liegt der von seinen Brüdern erschlagene dritte Kabir tot ausgestreckt. Im mittleren Felde, nach dem Zusammenhang das erste, sind alle drei Kabiren auf einem Triclinium zum Mahle gelagert, zwei von ihnen bewaffnet, der dritte, wie es scheint, nicht; vor den Brüdern steht ein Tisch, und umher sieht man vielerlei Symbole, zur Linken neben dem Tisch zuerst einen Hahn, dann einen liegenden und brüllenden Löwen, über diesem einen Fisch und noch weiter oben ein Trinkgefäß. Auf der rechten Seite neben dem Tisch eine sich aufrichtende Schlange, dann eine sogenannte cista mystica und über dieser eine Amphora. Im untersten Felde erscheint wieder die verschleierte Ceres Cabiria, stehend und vor ihr eine männliche Gestalt mit der Maske eines Widders, hinter ihr das auf Vasen so häufige Symbol des Webekammes, und hinter Ceres die mystica vannus Jacchi, die Getreideschwinge, welche ebenfalls in den Mysterien vorkam. Zwischen beiden noch einige unkenntliche Zeichen. Dieses Denkmal ist von allen auf die Mysterien der Alten Bezug habenden das reichste und merkwürdigste.
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aus mehreren unterschiedlichen Edelmetallen.
Schmuck von Uschy Schleipfer, Frankfurt.
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D. Hellgrüne antike Paste. Adonis ruht auf einem Felsen sitzend aus von der Jagd, in der aufgestützten rechten Hand hält er hinter sich einen erlegten Hasen, in der Linken den Jagdspieß, und zwei Liebesgötter bemühen sich, ihn zur Rückkehr zu bewegen, indem ihn einer mit dem Händchen die Wangen streichelt und der andere ihn mit beiden Händen am Arme zieht, während ein dritter Liebesgott von einem als entfernt zu denkenden hohen Felsen, den Kopf auf die Hand gestützt, besorgt nach ihm ausblickt. Eine Komposition von höchster poetischer Anmut.
E. Grüne antike Paste. Amor auf einem gezäumten Hippokampos reitend; Amor trägt einen Schild. Ein Denkmal von ungemeiner Schönheit.
F. Gelbe antike Paste. Die drei Horen als Vorsteherinnen der Jahreszeiten. Die Hore des Herbstes hält vor sich ein Rehböckchen an den Vorderfüßen und trägt auf der rechten Hand eine große Schale mit Früchten; die Hore des Sommers hat den Schoß ihres Gewandes mit dem Segen der Ernte beschwert, und hält in der Rechten zwei hohe Ähren und einen Mohnstengel; die Hore des Frühlings, als die jugendlichste, trägt vor sich eine Fülle von Blumen. Obwohl mehrfach beschädigt, ist dieses Denkmal von höchster Anmut und Schönheit; besonders sind die fliegenden Gewänder der eilenden Göttinnen der Zeit kaum in einem anderen antiken Denkmal so reizend ausgeführt.
G. Schwarze antike Paste. Kopf des Battos von Thera, Gründers der Stadt Cyrene in Lybien, bezeichnet durch einen Helm in Gestalt eines Widderkopfes mit gewundenen Hörnern, woran hinten noch eine Sokrates-Maske bemerklich ist. Auch dieser Kopf ist sehr schön.
H. Braune antike Paste. Kopf des Demetrius des Belagerers (Poliorcetes, Königs von Macedonien). Die Eigentümlichkeit, welche diesem Fürsten den Beinamen [griech. Text] (mit gebogenem Brauen) erwarb, ist in diesem Bildnis besonders schön ausgedrückt.
Antike Pasten in dem k. k. Cabinet zu Wien
A. (Bruchstücke eines Bechers von Glas.) Dieser Becher spielt, da er oxydiert ist, ins Opalartige, und zeigt am Rande aus der dicken Masse des Glases geschnitten, die Buchstaben FAVENTIB [us] (Amicis?), ebenso viele Lettern sind weggebrochen, dann ist ein gleich den Buchstaben erhobenes, sehr schönes Netz auf dem Becher. Der eben beschriebene Becher, welcher in einem Grabe bei Daruvar in Slavonien (17. Mai 1785) gefunden wurde.
B. Der zu Straßburg 1826 gefundende Becher mit der Aufschrift MAXIMINE AUGUS.
C. und D. Die zwei in Köln im April 1844 gefundenen Becher, auf einem die Aufschrift [griech. Text.], auf dem andern BIBE MULTIS ANNIS. E. Ein ähnlicher Becher wurde auch 1845 im Tolnaer Comitate zu Szexard bei einem schönen Sarg gefunden. Er hat die Inschrift: [griech. Text.]. Die Formen dieser Arbeiten gleichen einander sehr; alle haben oben am Rande die Inschrift, deren Zurufsformel einander sehr ähnlich sind. Sie gehören zu der Art Gefäßen, die vasa diacreta genannt wurden.
F. Bruchstück eines grünen Glasbechers, AITES PRVDES CALAMVS. Höchstwahrscheinlich die Namen der unten abgebildeten Kämpfer, von denen der erste und letzte mit vorgehaltenem Schilde vorstürmen; der mittlere hat den Schild weggeworfen und hält in der erhobenen rechten Hand ein Schwert. Das Ganze ist Guss; Figuren und Schild sind außen erhoben, innen vertieft. Dieses Bruchstück erinnert sehr an die Kämpfer, welche häufig mit ihren Namen auf den Contorniaten vorgestellt sind; da diese aus der Zeit Constantin's des Großen und seiner Familie stammen, so könnte auch das Glasbruchstück daher kommen.
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