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Diamant
Wie Fiorillo sagt, erfand Clemens Birago, Edelsteinschneider aus Mailand, im Jahre 1560 die Kunst in
Diamant zu schneiden. Es findet sich aber schon ein im fünfzehnten Jahrhundert geschnittener Diamant vor. Derselbe wurde unter Papst Julius II. (1503 bis 1513) von Ambrosius Charadosus von Pavia gearbeitet und zeigt das Bildnis eines Kirchenvaters. Julius II. kaufte ihn um 22.500 Kronen. Ferner schnitt Clemens Birago (1560 zu Madrid) das Bildnis des Infanten Don Carlos sowie dessen
Siegelring in Diamant. Aber diese Werke wurden mehr der Neuheit der Erfindung als der Kunst wegen geschätzt. Ebenso grub Jacopo da Trezzo, ein Mailänder, der um 1550 blühte, das Wappen für König Philipp II. von Spanien (1556-1598). Dann Giovanni Constanzi das Bildnis seines Sohnes und das Bildnis des Nero. Ferner Carlo Constanzi zu Rom für Johann V. von Portugal (1706-1750), eine Leda und den Kopf des Antinous, und für einen nordischen Hof in einen 38 Gran wiegenden Diamant die Victoria auf einem von zwei Pferden gezogenen Wagen.
Reihenfolge der Steine nach ihrem Härtegrad
I. Diamant. II.
Saphir,
Rubin, orientalischer
Topas, orient. Amethyst, orient. Aquamarin, orient. Smaragd. III. Chrysoberyll. IV. Zirkon, Hyacinth. V. Spinell. VI. Smaragd. VII. Beryll und Aquamarin. VIII. Euklas. IX. Occidentalischer Topas. X.
Granat. XI.
Turmalin. XII. Hyacinth-Canell. XIII. Wassersaphir. XIV. Bergkristall, Amethyst, Citrin, Rauchtopas und XV. Chrysolith, Peridot.
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Als Kennzeichen für die Echtheit eines Steines dienen folgende Merkmale:
l. Die Kamee oder das Intaglio darf an keiner Stelle irgend ein Luftbläschen zeigen. 2. Der Stein muss, wenn er unter die Zunge gebracht wird, mindestens so kalt wie Bergkristall sein. 3. Der Stein darf von keiner Feile angegriffen werden. Bewähren sich diese Merkmale nicht, so hat man ohne allen Zweifel keinen echten Stein, sondern eine Paste vor sich, von denen später das Nötige gesagt wird. Die antiken Steinschneider benützten aber auch noch minder edle Steine als die in diesem Abschnitte genannten, die aber alle die Eigenschaft haben, von der Feile nicht angegriffen zu werden, am Stahle Funken zu geben und in Berührung mit Säuren nicht aufzubrausen. Sie sind folgende: Mondstein, Katzenauge,
Chalcedon, Saphirin, Sarder,
Karneol, Chrysopras, Plasma, Nephrit, Jaspis, Heliotrop,
Türkis, Sardonyx, Nicolo, Chalcedon-Achat, Jaspis-Achat, Lagen-Achat, Band-Achat und Aventurin.
Die geschnittenen Steine bilden nach den Gegenständen, welche auf ihnen dargestellt sind, drei Reihen. Die größte derselben enthält figuralische Vorstellungen, die zweite Schriften und die dritte mystische Darstellungen (Abraxassteine). Die Schriftsteine sind nicht häufig. Sie enthalten meist Apostrophen (Anrufungen) oder kurze Sinnsprüche und sind gewöhnlich in einen zweifarbigen Onyx geschnitten, so dass die Buchstaben eine andere Farbe haben als der Grund und erhoben stehen. Die älteren Schriftsteine haben meist kleinere und meistenteils griechische Buchstaben, welche sich zuweilen durch große Genauigkeit auszeichnen. Ich besitze zwei solche erhoben geschnittene Steine in Achat-Onyx; der eine trägt das Wort [griech. Schriftzeichen] (Hoffnung), und der zweite die Aufschrift [griech. Schriftzeichen] (In Athen will ich ruhen). Die weitere Beschreibung derselben wird später folgen. Es finden sich auch orientalische Inschriften in griechischen Buchstaben, welche ebenso wie die phönizischen, welche mit gemischten Schriftzeichen vorkommen, die volle Aufmerksamkeit der Sprachforscher erregen müssen - und die sogenannten Monogramme das Interesse des Archäologen. Auch Steine mit dem 'Urim und Thumim' (Licht und Recht) kommen zuweilen vor. Die mit arabischer Schrift geschnittenen Steine sind alle aus neuerer Zeit. Sie teilen sich in zwei Arten, nämlich in solche von religiösem Inhalt, Talismane, die schon auf dem Stein lesbar sind, und in die sogenannten
Siegel, welche Namen oder Sprüche enthalten, und erst im Abdruck gelesen werden können.
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