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'Über Gemmenkunde' von Tobias Biehler (erschienen 1860) - Seite 6

Ein Inhaltverzeichnis mit Links zu den Seiten und Kapiteln finden Sie hier: Historische Texte.




Steine, welche von den antiken Künstlern benutzt wurden (2. Seite)

Der Seltenheit wegen sind hier die Darstellungen, welche auf jenen Steinen vorkommen, nach Toelkens Angaben aufgezeichnet. Auf dem ersten Smaragd: ein erotisches Symplegma. Auf dem zweiten Smaragd, eine geflügelt einherschreitende Victoria. Ein Meisterwerk antiker Glyptik. Auf dem dritten Smaragd (der unrein und mit Blättchen durchzogen ist) der Kopf des Antonius Pius. Auf dem vierten Smaragd, der auf vier Seiten geschliffen ist, eine Zikade, ein Papagei, ein Weinblatt und ein Delphin. Der Smaragd wurde bei den Alten (nach Plinius) dem Diamant.



Querette
Auffällige Querfingerringe
mit großen Edelsteinen.

Schmuck von Uschy Schleipfer, Frankfurt.
QueretteKlick für Großdarstellung



Auf dem einzigen geschnittenen antiken Rubin zu Berlin ist das Brustbild des mit Lorbeer bekränzten Aesculap dargestellt, vor ihm die um einen Stab sich windende Schlange. Indessen weiß man, dass auch neuere Künstler in Rubin geschnitten haben, z.B. Domenico Compagni (gestorben zu Mailand 1490), der das Bildnis des Herzogs Ludovico Sforza (Moro), welches sich im Museum von Florenz befindet, in einen solchen Stein ausführte, und noch mehrere andere. Die beiden Saphire im Museum zu Berlin, zeigen die Köpfe zweier römischer Kaiser, nämlich des Cajus Caesar Caligula und des Commodus mit einem Lorbeerkranz. Auf dem Chrysoberyll sind die drei Grazien vorgestellt. Ein bedeutendes Denkmal des guten Geschmacks aus Constantins Zeiten (324-337 n. Chr.) haben wir an dem berühmten vertieft geschnittenen Saphir von außerordentlicher Reinheit (53 Carat an Gewicht), welchen der Marchese Rinuccini zu Florenz besitzt. Auf demselben ist eine Jagd des Kaisers Constantius zu Caesarea vorgestellt, wo wahrscheinlich auch die Gemme gearbeitet wurde. Constantius ist darauf abgebildet, als töte er mit einem langen Speer ein großes Wildschwein, über welchem das Wort [griechischer Text] eingegraben ist. Zur Seite des Kaisers, dessen Name mit lateinischen Buchstaben gegeben ist, sieht man eine andere Figur, ebenfalls mit dem Speer in der Hand, welche Freher für eine Diana hielt; im Vordergründe ist eine, nach Art eines Flussgottes liegende Figur mit einem Füllhorn in der Rechten, und unten liest man: [griechischer Text]. Im Felde sind verschiedene Pflanzen angedeutet. Diese Gemme wurde erläutert von Freher und bekannt gemacht von Du Fresne am Ende des Glossarii mediae et infimae latinitatis; und später mit einer viel besseren Zeichnung wiederholt in dessen Werk De Imperatorium Constantinopolitanorum etc., Romae 1755.





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