SCHMUCKLEXIKON-INDEX
LEITSEITEN & SPECIALS
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Tiefenschärfe
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Die Tiefenschärfe, auch Schärfentiefe genannt - ist der Bereich, der bei einer Aufnahme vor und hinter der scharf eingestellten Entfernung noch scharf abgebildet wird. Sie ist ein wesentliches Gestaltungsmittel und wird leider von den meisten Hobbyfotografen einer Automatik, und damit dem Zufall überlassen.
Große Tiefenschärfe
Die Blende der Kamera ist ganz geschlossen (große Blendenzahl). Der abgebildete Gegenstand ist komplett scharf abgebildet. Der Betrachter kann sich im Bild aussuchen, welches Detail des Schmuckstücks ihn interessiert und dieses genau betrachten.
Diese Art der Fotografie nennt sich 'objektive Fotografie'. Sie versucht, die Realität abzubilden, ohne den Betrachter in seiner Sichtweise zu beeinflussen.
Wenn Sie Schmuckstücke freistellen wollen, Sie also z.B. vorhaben, den Schmuck am Computer von seinem Hintergrund zu lösen, sollten Sie unbedingt maximale Tiefenschärfe wählen, da unscharfe Konturen kaum überzeugend freigestellt werden können.
Kleine Tiefenschärfe
Die Blende der Kamera ist weit offen (kleine Blendenzahl). Es sind nur Details des abgebildeten Gegenstands scharf abgebildet (z.B. bei einem Ring nur der Edelstein), der Rest verschwimmt mehr oder weniger, und der Betrachter kann nur jenes Detail genau betrachten, das ihm der Fotograf scharf präsentiert. Diese Art der Fotografie nennt sich 'subjektive Fotografie', d.h. das Auge des Betrachter wird gelenkt, die Sichtweise manipuliert.
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Navamoon
Sehr eleganter und ergonomischer Fingerring
aus mehreren unterschiedlichen Edelmetallen.
Schmuck von Uschy Schleipfer, Frankfurt.
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Praktischer Tipp
Wenn Sie kleine Schmuckstücke komplett scharf abbilden wollen, müssen Sie Ihr Objektiv ganz abblenden (d.h. die maximale Blendenzahl einstellen, je nach Objektiv wahrscheinlich 22, 32 oder 45), und wenn Sie viel Glück haben, reicht die Tiefenschärfe dann gerade aus.
In den meisten Fällen werden Sie jedoch feststellen, dass bei einiger Vergrößerung die Tiefenschärfe vorne oder hinten nicht zufriedenstellend ist, bzw. es bei besonderen Aufnahmesituationen vollkommen misslingt, das Schmuckstück scharf zu bekommen.
Prinzipiell ist die Tiefenschärfe nur vom Abbildungsmaßstab und der gewählten Blende abhängig. An diesen beiden Parametern können sie nichts verändern und so die Physik überlisten, ganz egal, welches Objektiv sie benutzen oder wie nahe Sie mit der Kamera an das Objekt drangehen.
Aber es gibt weitere Tipps:
Wenn Sie mehrere für die Aufnahme geeignete Objektive zur Verfügung haben, nehmen Sie das mit der kleineren Blende (größere Blendenzahl).
Durch eine Veränderung der Aufnahmesituation können Sie die notwendige Tiefenschärfe enorm reduzieren. Wenn Sie zum Beispiel eine Münze von oben fotografieren, benötigen Sie nur ca. 2 Millimeter Tiefenschärfebereich (die Dicke der Münze). Wenn Sie die Münze dagegen sehr schräg aufnehmen wollen, brauchen Sie fast den Durchmesser der Münze als Tiefenschärfebereich, also bis zu mehreren Zentimetern. Noch extremer verhält es sich bei Ketten: Eine ausgestreckte Kette, von der Seite aufgenommen, benötigt nur wenige Millimeter (die Dicke der Kette), dagegen von einem Längsende aus fotografiert müssten Sie fast die gesamte Kettenlänge mit der Tiefenschärfe scharf bekommen, was prinzipiell nicht ginge.
Stellen Sie die Schärfe auf die Mitte des benötigten Tiefenschärfebereiches ein. Falls sich dort kein geeignetes Detail befindet, platzieren Sie zum Scharfstellen ein Haar (aber vergessen Sie bitte nicht, es wieder rechtzeitig zu entfernen).
Wenn Sie stark abblenden, erhalten Sie sehr lange Belichtungszeiten. Ein stabiles Stativ ist daher unerlässlich.
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Erläuterungen
Verteilung der Tiefenschärfe
Bei normalen Aufnahmemaßstäben dehnt sich die Tiefenschärfe, ausgehend von der scharfgestellten Ebene, ungleichmäßig nach vorne und hinten aus (Verhältnis ca. 1 zu 2). Im Makrobereich ist das Verhältnis jedoch etwa 1:1, d.h. Sie müssen die Schärfe auf die Mitte des scharf abzubildenden Bereiches einstellen.
Fachkameras
Wenn Sie sich bei einigen Aufnahmen in Schmuckzeitschriften fragen, wie der Fotograf das Unmögliche schaffte und ein Schmuckstück scharf abbildete, das Sie niemals in dieser Aufnahmesituation scharf bekämen, dann wurde dort wahrscheinlich eine Fachkamera eingesetzt. Das Besondere an Fachkameras ist, dass man bei ihnen die einzelnen Ebenen der Kamera verschieben und verschwenken, und auf diese Weise die Schärfenebene kippen kann. Wo man mit einer Kleinbildkamera noch viele Zentimeter Tiefenschärfe benötigt, reichen mit einer Fachkamera oft wenige Millimeter aus. Hier liegen unüberwindbare Grenzen des Amateur-Equipments, die sich jedoch meist mit Einfallsreichtum und Experimentierfreude wieder wett machen lassen.
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