... oder unvorteilhaft für den Träger
Was drückt man eigentlich aus, wenn man sich mit 'unvergänglichen' Diamanten oder Metallen schmückt? 'Schau mal - ich vermodere irgendwann, aber mein Schmuck lebt ewig!' Das mag zwar schmeichelhaft für den Schmuck sein, aber schmückt das wirklich den Träger? Und dass man von teuren Verpackungen nicht auf hohe Qualität der Inhalte schließen sollte, dürften aufgeklärte Konsumenten längst gelernt haben...
Folgerichtig experimentiert zum Beispiel Uschy Schleipfer schon seit über 15 Jahren mit der Kombination von
Edelmetallen und -steinen sowie anderen sehr edlen Materialien. Dabei verfolgt sie im Wesentlichen drei große Serien:
Schmuck mit Kunststoffen
Die große Welt der Kunststoffe birgt faszinierende Materialien mit völlig neuen optischen, chemischen und mechanischen Eigenschaften. So gibt es lichtsammelnde Kunststoffe, die das gesamte von ihnen absorbierte Licht an nur einer Fläche wieder abgeben, wodurch sie den Eindruck erzeugen, sie würden von selbst leuchten - in praktisch beliebigen Farben. Manche Plaste sind säureresistenter als
Gold, andere werden wegen ihrer Ähnlichkeit mit menschlichem Gewebe vom Immunsystem nicht abgestoßen. Wie auch
Diamanten haben Kunststoffe den Ruf unvergänglich zu sein, wenn auch mit negativen Vorzeichen. Dennoch kann man manche dieser vielseitigen Materialien auch so herstellen, dass sie recyclebar sind oder sich sogar selbst zerstören und ihnen auf diese Weise einen genau definierten Lebenszyklus zuweisen. Sie haben bisweilen den zweifelhaften Ruf, billige Surrogatstoffe zu sein, und doch gibt es Höchstleistungskunststoffe, die es vom Grammpreis her mit
Platin aufnehmen, und für die es keinen Ersatz gibt. Auf jeden Fall handelt es sich um eine sehr vielseitige Werkstoffwelt, der man nicht mit Vorurteilen gegenübertreten sollte.
Schmuck mit alltäglichen, aber inhaltlich stark besetzten Materialien
Schmuck aus echtem Klavierfilz, Broschen aus den Zentrierstücken von Schallplatten (Single-Schmuck - sic!) oder eine Halskette aus den Metalldeckeln auf den Korken von Champagnerflaschen. Auf diese Weise entsteht Schmuck, der so edel ist, wie die mit ihm verknüpften Gefühle, Assoziationen und Erinnerungen es sind.
Email-Schmuck
Email ist eines der Lieblingsthemen von Uschy Schleipfer. Mit neuen Rezepturen sowie alten und neuen Techniken veredelt sie die an sich billigen Rohstoffe von Email mit Kreativität und sehr viel Arbeitszeit, und sie bereichert mit diesem aufwändigen Verfahren ihren Schmuck um Elemente der Malerei.
Das edelste Material
Doch ist nicht das mit Abstand edelste aller "Materialien" gar nicht der Schmuck selbst, sondern das darunter, das was schließlich geschmückt werden soll, die - zarte, weiße, gebräunte, durchschimmernde, feste, derbe, straffe, weiche, helle, dunkle, unberührte, aber auch faltige und vom Wetter und dem Leben gegerbte, auf jeden Fall bei jedem Menschen und jedem Körperteil andere und einmalige - Haut?
Dies ist nicht die Webpräsenz der präsentierten Goldschmiede und Goldschmiedinnen, und sie spiegelt nicht deren Meinung wider, aber sie ist inspiriert durch deren Schmuck und mit diesem illustriert.
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