Aus einem Guss - Masse statt Klasse
Mit der Entdeckung der Schmelztechniken schließlich lernten Menschen, Metalle aus Erzen auszuschmelzen und
Legierungen herzustellen. So standen der Menschheit bald weitere Metalle wie
Blei,
Zink und
Zinn in größeren Mengen zur Verfügung, und es konnten harte und vor allem gussfähige Legierungen hergestellt werden. Das Bronzezeitalter begann und damit auch die Serienproduktion von gegossenen Schmuckstücken. Die Legierungstechnik ermöglichte es nun Goldschmieden, die Eigenschaften ihrer Metalle weitgehend zu bestimmen - wenngleich es natürlich noch ein langer Weg (5.000 Jahre) war, bis man
Palladium oder gar
Platin in den Griff bekam, oder man mit Eloxiertechniken das gesamte mögliche Farbspektrum von Metallen erschließen konnte.
Glasperlen erobern die Welt
Durch beharrliches Spiel mit dem Feuer kam man schließlich auch auf den Trick mit der Herstellung von
Glas, beziehungsweise des
Email, wodurch man sich 'Steine' in genau der Menge, Form und Farbe herstellen konnte, die man sich wünschte und Schmuck um haltbare 'Maltechniken' ergänzen konnte. Glasperlen spielen nicht nur eine große Rolle in der Schmuck-, sondern auch eine zweifelhafte in der Weltgeschichte.
Navamoon
Sehr eleganter und ergonomischer Fingerring
aus mehreren unterschiedlichen Edelmetallen.
Schmuck von Uschy Schleipfer, Frankfurt.
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Plastik statt Platin
Doch so vorteilhaft die Eigenschaften von Mineralien oder Edelmetallen auch sind - Beständigkeit, Härte, Werthaltigkeit - erst im 20. Jahrhundert wurde die Materialpalette durch leichte, hochzähe, elastische und damit der Haut wesentlich näher stehender Stoffe, den Kunststoffen erweitert. Schon das billige Nylon weist mit seiner Zugfestigkeit bei sehr geringem Gewicht und vor allem seiner Elastizität verblüffende Eigenschaften auf, die auch die teuerste Platin-Legierung nicht bieten kann, und lichtsammelnde Kunststoffe zeigen Lichtwirkungen, die auch wertvollste Diamanten ziemlich matt aussehen lassen.
Neonano
Seit mindestens 5.000 Jahren standen kreative Schmuckhersteller immer an der Avantgarde-Front bei der Verwendung neuer Materialien und Techniken, und es ist nur eine Frage der Zeit, bis der erste Goldschmied verblüffenden Schmuck aus Kohlenstoff-Nanoröhren herstellen wird, hochgradig robust, aber federleicht und extrem filigran verarbeitbar. Es wird aber wesentlich länger dauern, bis sich Konsumenten von tradierten Wertvorstellungen gelöst haben und in der Lage sind, die neuen Materialien in der Schmuckherstellung zu würdigen.
Dies ist nicht die Webpräsenz der präsentierten Goldschmiede und Goldschmiedinnen, und sie spiegelt nicht deren Meinung wider, aber sie ist inspiriert durch deren Schmuck und mit diesem illustriert.
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