Die ersten Materialien, die in prähistorischer Zeit für Schmuck verwendet wurden, waren wohl genau die Sachen, die auch kleine Kinder am liebsten sammeln würden, wenn ihre Eltern sie ließen: hübsche Muscheln, Schnecken, Knochen, Zähne, Eierschalen und Steine.
Mit Muscheln kuscheln
Immerhin erfüllten diese Dinge bereits wichtige Anforderungen, die an Materialien für die Schmuckherstellung auch heute noch gestellt werden: Auffälligkeit, Haltbarkeit - einige dieser frühen Schmuckstücke haben sich immerhin bis heute erhalten - und eine gewisse Werthaltigkeit - so waren zum Beispiel Muscheln in vielen Kulturen auch Zahlungsmittel. Jedoch ließen diese Materialien sich nur in begrenztem Umfange formen und gestalten. Schon das Bohren von Löchern um Ketten herzustellen war sehr schwierig, und die weitere Bearbeitung blieb auf einfache Schnitz- und Schleifarbeiten beschränkt. Doch noch heute haben solche Rohstoffe ihren Stellenwert in der Schmuckherstellung in Form von beispielsweise Perlmutt, Perle, Koralle, Horn und Elfenbein sowie Edelstein.
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Apfelsinen im Haar
Natürlich gehören zu den Dingen, die kleine Kinder gerne sammeln würden und von denen auch prähistorische Jäger und Sammler ihre Finger nicht lassen konnten, außergewöhnliche Hölzer, Blätter und Früchte sowie Häute, Haare und Federn - Ziegenbock-Magenhaut und Krokodil-Eierschale -, um nur die appetitlichsten zu nennen. Bis zum frühen 19. Jahrhundert war beispielsweise in unserem Kulturkreis weitverbreitet Mode, aus Haarstränen Verstorbener Trauerschmuck zu fertigen; auch aus gemahlenem Haar, das für Broschen zu Landschaften verklebt wurde.
Obwohl die Vergänglichkeit weicher organischer Substanzen der Verwendung als Schmuck im Wege steht, gab es zu allen Zeiten Menschen, die es vorziehen, sich hautfreundlich mit weichen, geschmeidigen Materialien zu schmücken, denen der Widerspruch zwischen weicher Haut und harten Metallen oder Mineralien unangenehm ist: Blumen im Haar, Elefantenhaar oder Lederriemen am Handgelenk, Holzschmuck am Arm und natürlich auch der zweifelhafte Versuch, sich mit fremden Federn zu schmücken, um nur ein paar Beispiele zu nennen.
Kupferstein bricht nicht
Durch die Verwendung in der Natur vorkommender, gediegener Metalle wie Kupfer, Gold und Silber, die von den Menschen der Steinzeit zunächst für Steine gehalten wurden, die durch Hämmern geformt und, wie Kupfer, sogar gehärtet werden können, erschloss sich der Mensch Materialien, die er feiner und genau nach seinen Vorstellungen modellieren konnte, wenn auch diese unlegierten Metalle eigentlich zu weich für Schmuck waren.

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