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Personale: Manfred Bischoff (Schmuckmuseum Pforzheim)

Das Schmuckmuseum Pforzheim zeigt vom 10.11.2006 bis zum 4.2.2007 die Ausstellung 'Personale: Manfred Bischoff - Schmuck und Zeichnungen'. Die Ausstellung lädt dazu ein, sich mit dem Schaffen des renommierten Schmuckkünstlers auseinanderzusetzen. Die Auswahl der ausgestellten Objekte wurde von Bischoff nach ganz persönlichen Kriterien getroffen, worauf auch der italienische Titel der Schau hindeutet: 'personale' heißt 'persönlich'.


Manfred Bischoff gilt international als einer der wichtigsten zeitgenössischen Schmuckkünstler. Sein reiches Schaffen wird dabei eher der freien als der angewandten Kunst zugeordnet. Zwar sind seine Schmuckstücke - im wesentlichen Ringe und Broschen - eindeutig als solche identifizierbar und tragbar, der Körperbezug seiner Skulpturen ist jedoch nur schwach ausgeprägt, und ihr eigenständig erzählerischer Gehalt steht deutlich im Vordergrund. Zu den Schmuckstücken gehören Zeichnungen und Titel, und alle drei stehen in enger Beziehung zu einander.

Ausgangspunkt für seine Werke sind komprimiert formulierte Gedankengänge, also Sprache - die Schmuckstücke sind letztlich Metaphern. Die Titel der Arbeiten deuten an, dass Bischoff sich dabei inhaltlich sehr vielseitig beschäftigt, beispielsweise mit Themen aus der Tagespolitik, den Naturwissenschaften oder antiken Mythen. Häufig geht es in seinen Kreationen um elementare menschliche Gefühle oder einfach nur um Wortwitz.

Viel Humor steckt in Bischoffs Skulpturen, beispielsweise witzige und mehrdeutige Wortspiele oder Umsetzungen, die bisweilen den Charakter von Karikaturen haben. Viele seiner Arbeiten haben auffallende Ähnlichkeit mit Kartoffelmännchen, und die tragikkomische Pathetik von Kartoffeln aus hochkarätigem Gold war selbst schon Thema einer seiner Arbeiten.


Manfred Bischoff verwendet für seinen Schmuck vorwiegend 22 karätiges Gold und Koralle, nur selten ergänzt durch andere Materialien. Bischoff bezeichnet diese Selbstbeschränkung ironisch als "bewusstes Verarmen im Reichtum". Als Goldlegierung werden von ihm - der angenehmen Farbe wegen - südafrikanische Krugerrand-Münzen verwendet. Dieses Gold ist zwar relativ weich für die Schmuckherstellung, jedoch für Bischoffs Zwecke ausreichend, da er generell auf hochglanzpolierte Oberflächen verzichtet. Die von ihm verwendete Koralle stammt von hawaiianischen Riffen, ihre Farben reichen alabaster bis kräftig fleischrosa, und als letztere wird sie von Bischoff oft als Metapher für die menschliche Haut eingesetzt.


Manfred Bischoff wurde 1947 in Schömberg bei Calw geboren. Er studierte Schmuckgestaltung bei Reinhold Reiling an der Fachhochschule für Gestaltung in Pforzheim und Goldschmiedekunst bei Hermann Jünger an der Akademie der Bildenden Künste in München, unter anderem zusammen mit Daniel Kruger und Otto Künzli. Seit den 1980er Jahren hat er seine Arbeiten in zahlreichen internationalen Ausstellungen präsentiert. Nach mehrerer anderen Lehraufträgen unterrichtet er seit 2001 an der Alchimia School of Contemporary Jewellery in Florenz, der wichtigsten Ausbildungsstätte Italiens für experimentelle Schmuckgestaltung. Manfred Bischoff lebt und arbeitet in der Toskana.



Brosche 'sad' (Gold, Koralle)
Manfred Bischoff, 2005

Brosche 'porc U pine' (Gold, Koralle)
Manfred Bischoff
Courtesy Marijke Studio, Padua

Courtesy Schmuckmuseum Pforzheim
Brosche 'sad', Gold, Koralle; Manfred Bischoff, 2005. Courtesy Schmuckmuseum PforzheimKlick für Großdarstellung Brosche 'porc U pine' (Gold, Koralle); Manfred Bischoff, Courtesy Marijke Studio, Padua / Schmuckmuseum PforzheimKlick für Großdarstellung



Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen, der im Shop des Schmuckmuseums erhältlich ist: 'Personale: Manfred Bischoff - Schmuck und Zeichnung', 56 Seiten, 18 Euro. Führungen durch die Ausstellung mit Museumsleiterin Cornelie Holzach finden am 21. November sowie am 18. Januar, jeweils um 18 Uhr, statt.



Brosche 'Die drei Grazien'
Manfred Bischoff, 1998

Brosche 'total missglückter Pulloverversuch' (Gold)
Manfred Bischoff, 2006

Courtesy Schmuckmuseum Pforzheim
Brosche 'Die drei Grazien'; Manfred Bischoff, 1998. Courtesy Schmuckmuseum PforzheimKlick für Großdarstellung Brosche 'total missglückter Pulloverversuch' (Gold); Manfred Bischoff, 2006. Courtesy Schmuckmuseum PforzheimKlick für Großdarstellung



Biographische Daten

Geboren 1947 in Schömberg/ Calw

1972-1982 Studium
Schmuckgestaltung an der Fachhochschule für Gestaltung Pforzheim (b. Reinhold Reiling)
Goldschmiedekunst an der Akademie der Bildenden Künste (b. Hermann Jünger)

Lehraufträge (Vorlesungen)
1988 Fachhochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd
Royal College of Art, London
1989 Rhode Island School of Design (RISD), Providence
Harbourfront Museum, Toronto
1990 Escola Massana Barcelona
Akademie der Bildenden Künste, München
1995 Zeichenakademie Hanau
1997 Escola Massana, Barcelona
1999 Gerrit Rietveld Akademie, Amsterdam
seit 2001 an der Alchimia School of Contemporary Jewellery, Florenz

Preise
1982 Förderpreis des Bayerischen Staates für junge bildende Künstler
1983-1984 Jahresstipendium des DAAD für Florenz
1987 Preis der Akademie der Schönen Künste, München
1992 Francoise-van-den-Bosch-Preis, Amsterdam
2002 Danner-Preis, München
Artist in Residence, Isabella Stuart Gardner Museum, Boston
2005 Bayerischer Staatspreis

Manfred Bischoff lebt und arbeitet in München und Italien.




Ausstellungsdaten

10.11.2006 - 4.2.2007 Schmuckmuseum Pforzheim
Kalendereintrag im Diskussionsforum


Ausstellungsort

Schmuckmuseum Pforzheim
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