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Robert Baines: Treasure of Evidence
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| Das Museum für Angewandte Kunst Frankfurt zeigt vom 4.12.08 bis 25.2.09 die Ausstellung 'Treasure of Evidence - Schatzkammer der Beweise / Schmuck von Robert Baines, Australien'. Wer diese Ausstellung besuchen will, sollte gute Augen haben. Zum einen, weil die Exponate der Schau im Museum für Angewandte Kunst an verschiedenen Orten versteckt sind und man sich auf Schatzsuche begeben muss, um sie zu finden. Zum anderen, weil man bei Baines' Schmuckstücken schon genau hinschauen muss, um in den feinen Details der Arbeiten wichtige Hinweise nicht zu übersehen. Ob beispielsweise bei einem Schmuckstück Ornamente wirklich aus Granalien aufgebaut sind oder nur die geschickte Imitation einer Granulation vorliegt, ist bei flüchtiger Betrachtung kaum zu erkennen, aber solche Unterschiede sind wesentliche Elemente der assoziationsreichen und skurrilen Geschichten, die Baines uns mit seinem Schmuck erzählen will. Und da sind wir auch schon beim wichtigsten Grund, warum man gute Augen braucht: Für einen vollendeten Genuss der Ausstellung muss man sogar zwischen Zeilen lesen können...
Der Australier Robert Baines, Jahrgang 1949, ist Goldschmied, Forscher, Historiker und Erfinder. In der Ausstellung 'Treasure of Evidence' ('Die Schatzkammer der Beweise') zeigt er 14 wertvolle Fundstücke (bzw. Werkgruppen) seiner Reisen durch die Vergangenheit, die nicht nur hinsichtlich ihrer virtuosen und verspielten handwerklichen Ausführung reizen sowie interessantes Licht auf gesellschaftliche Zusammenhänge verschiedener Epochen werfen, sondern viele der Exponate besitzen auch das Potenzial, die uns bekannte Geschichtsschreibung nachhaltig zu verändern. So wird en passant mal eben bewiesen, dass schon die Phönizier Australien bereist hatten, dass die oft in Zweifel gezogene bemannte Mondlandung der Amerikaner tatsächlich stattgefunden hatte, vermeintlich extraterrestrischer Schmuck wird als raffinierte Fälschung entlarvt, und wir werden mit schockierenden charakterlichen Abgründen prominenter Zeitgenossen konfrontiert.
Wer aufgrund der unorthodoxen Beweisführungen des gefragten Forschers zweifelnd die Stirn runzelt, dem sei versichert, dass Baines bei seinen Recherchen sehr sorgfältig vorging und er seine Thesen penibel mit Quellennachweisen belegte. Und schließlich beweist die Ausstellung doch nur eindrucksvoll den obersten Grundsatz jeder Lehre der Angewandten Ästhetik: Schönheit ist Wahrheit (TM).
Baines, Professor für Gold- und Silberschmieden am Royal Melbourne Institute of Technology, ließ sich schon früh durch seine Analysen alter Metallbearbeitungstechniken inspirieren und zeigte bereits vor dreißig Jahren mit historischen Verfahren hergestellten Schmuck in einer Einzelausstellung.
Nach Helsinki zeigt nun das Museum für Angewandte Kunst Frankfurt die zu witzigem und spannendem Schmuck gewordenen Verschwörungstheorien, Urban Talk in Edelmetall und Verwirrung garantierenden Zeitkapseln von Robert Baines. Ganz besonders reizvoll ist dabei die Platzierung der Werke im passenden zeitlichen und kulturellen Kontext des Museums, was sich auch auf die Auseinandersetzung mit den seriöseren Beständen des Hauses sicher inspirierend auswirken dürfte. Fotos mit freundlicher Genehmigung: Museum für Angewandte Kunst Frankfurt Ausstellungsdaten Ausstellungsort Weitere Informationen in froufrou.de zu Robert Baines |
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