Das Museum für Angewandte Kunst Frankfurt zeigt im Studio der Barockabteilung vom 18.3. bis 19.9.04 die Ausstellung 'Emailobjekte 12. - 17. Jahrhundert'. Es handelt sich um bedeutende historische Objekte des eigenen Museumbestands aus dem Mittelalter und der Renaissance, die hier erstmals ausgestellt werden.
Die Ausstellung präsentiert wertvolle Emailobjekte, insbesondere frühe Emaile in der Gruben- und Zellenschmelz- sowie der Maleremailtechnik (siehe Glossar
Email). Die gezeigten Objekte entstanden zwischen 1150 und 1615.
Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die Fidesscheibe aus dem heute nicht mehr bestehenden Kloster Stavelot in der Nähe von Lüttich. Dieses Medaillon war Bestandteil einer mächtigen Altarrückwand.
Den zweiten Schwerpunkt bilden bedeutende Emaile aus Limoges, im Südwesten Frankreichs. Im 12. Jahrhundert lieferte Limoges große Mengen äußerst kunstvoller Emailarbeiten aus Gruben- und Zellenschmelz sowie Körperemail. Ab dem 15. bis 17. Jh. kam es nach kurzfristigen Niedergang zu überragender Bedeutung in Maleremailtechnik.
Die hohe Wertschätzung, die Limousiner Emailobjekte schon in ihrer Produktionszeit besaßen, belegt die beginnende Sammeltätigkeit bereits im 17. Jahrhundert. Im 19. Jahrhundert erlebte Email des Mittelalters und der Renaissance erneut eine Blüte und wurde von Sammlern mit hohen Preisen bezahlt. Dieses neu entstandene Interesse ist auch der Grund, dass Frankfurter Sammlerpersönlichkeiten wie die Gebrüder Linel, W. P. Metzler und das Ehepaar Mulert, deren Objekte den Grundstock der Sammlung darstellen, Emailobjekte erwarben.