Das Deutsche Goldschmiedehaus in Hanau zeigt vom 8. April bis 2. Juli 2006 die Ausstellung 'Ebbe Weiss-Weingart - 1947-1998'. Es handelt sich um 250 Schmuckstücke von Ebbe Weiss-Weingart aus dem Zeitraum zwischen 1947 und 1998, die dem Goldschmiedehaus von der Schmuckkünstlerin als großzügige Stiftung in Form einer ständigen Leihgabe zur Verfügung gestellt wurden.
Ebbe Weiss-Weingart gehört zu den herausragendsten Schmuckkünstlerinnen Deutschlands. Ihr Schaffen wurde mit unzähligen Preisen und Auszeichnungen - darunter vier Staatspreise und der Goldene Ehrenring der Gesellschaft für Goldschmiedekunst - gewürdigt, und ihre Kreationen sind in namhaften Museen rund um den Erdball vertreten.
Ebbe Weiss-Weingart wurde 1923 in Nürnberg geboren. Nach dem Studium der Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg und Absolvieren der Meisterschule für Goldschmiede in München eröffnete sie 1946 ihr Atelier in Salem am Bodensee.
In den ersten Nachkriegsjahren blieben ihre Arbeiten noch im damals vorherrschenden Stil: organisch geformte klare Umrisse, flächige Abstrahierungen. An verwendeten Materialien finden sich vorwiegend Messing, Email und Holz.
Etwa Mitte der 50er Jahre verließ die Goldschmiedin den Mainstream und begann Schmuck mit organisch strukturierten Metalloberflächen zu herzustellen. Die verwendeten Materialien waren dem steigenden Wohlstand gemäß nun vorwiegend Gold, Perlen und Edelsteine. Das Gold erhielt Oberflächenstrukturen, die z.B. an fließenden Stoff, Nuggets oder Baumrinde erinnern. Für viele Jahrzehnte sollten solche Oberflächenbearbeitungen nun das Erkennungsmerkmal des Schmucks von Ebbe Weiss-Weingart sein.
Ende der 60er Jahre ergänzte sie ihr Materialrepertoire um Kunststoffe. Das von ihr verwendete Acrylharz wurde dazu zum Teil mit mineralischen Stoffen vermengt und gegossen. Seit 1993 widmet sich die Künstlerin besonders Jade, wobei sie auch erworbene Schmuckstücke weiterbearbeit.
Anhänger mit Kette (Kreuzstein, sulfiertes Silber, Gold, Rubin), 1981/82
Halsschmuck 'Diskus' (sulfiertes Silber, Gold, Rubin), 1988
Brosche (geschwärztes Silber,
Jade, Gold, Rubine), 1995
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Zur Ausstellung erscheint ein großzügig gestalteter Katalog mit Farbabbildungen aller 250 Schmuckstücke sowie verschiedenen Textbeiträgen auf knapp 200 Seiten. Möglich wurde diese Publikation u.a. durch die finanzielle Hilfe der sogenannten Rankschen Stiftung (Stiftung zur Förderung der Gold- und Silberschmiedekunst Hanau). Der Katalog ist zum Preis von 18 Euro über das Goldschmiedehaus erhältlich.
Ausstellungsdaten
8.4. - 2.7.2006 Deutsches Goldschmiedehaus, Hanau
Kalender im Diskussionsforum
Ausstellungsort
Das Deutsche Goldschmiedehaus in Hanau
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