Das Deutsche Goldschmiedehaus zeigt unter dem Titel 'eins-null-eins: alle ampeln auf blau' Schmuck und Objekte von Anette Wohlleber und Bernhard A. Früh aus den Jahren 1987 bis 2007. Die Ausstellung präsentiert in reizvollem Kontrast zwei Schmuckschaffende, die hinsichtlich ihres Ausbildungsweges sowie ihrer Auffassung und Gestaltung von Schmuck kaum unterschiedlicher sein könnten. Gezeigt werden mehr als 200 Exponate, es können zwei begleitende Publikationen erworben werden.
Bernhard A. Früh ist Metall- und Schmuckgestalter in Erfurt und als Mitorganisator der Internationalen Erfurter Schmucksymposien renommiert. Der 1949 in Erfurt geborene Künstler absolvierte Ausbildungen als Feinmechaniker und Werbegestalter; seit Anfang der achtziger Jahre gestaltet er als Autodidakt Schmuck und skulpturale Objekte. Seine Arbeiten wurden auf zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland präsentiert und finden sich in Museen, Sammlungen und - als Skulpturen - in öffentlichem Raum.
Schmuck von Bernhard A. Früh ist geometrisch streng komponiert, oft an Architektur erinnernd, aufgebaut aus einfachen Grundformen; viele seiner Schmuckstücke umschließen den Raum nicht, sondern umreißen ihn als feine Stegarbeiten. Früh arbeitet meist mit Gold oder Silber, bisweilen asketisch kombiniert mit organischen Materialien wie Stein, Filz oder Holz. In der Ausstellung sind auch Objekte seiner kybernetischen Schmuckserien zu sehen, die auf einer Kombination lichtbrechender Materialien (z.B. Glasröhren oder Prismenfolie) und beweglichen Untergründen basieren, sodass sich, je nach Blickwinkel und Bewegung, auffällige Farb- und Formwechsel ergeben. Beispiele dieser Arbeiten als große Wandobjekte können ebenfalls im Goldschmiedehaus erkundet werden.
Anette Wohlleber ist freischaffende Schmuckgestalterin und Designerin und lehrt seit 2006 Gestaltung an der Staatlichen Zeichenakademie Hanau. Die 1962 geborene Künstlerin absolvierte Ausbildungen als Goldschmiedin sowie als Schmuck- und Gerätedesignerin. Seit 1988 ist sie als Schmuckgestalterin tätig und seit 1995 auch als Dozentin. Sie wurde vielfach mit Preisen und Auszeichnungen geehrt, ihre Arbeiten sind in zahlreichen Sammlungen im In- und Ausland vertreten.
Anette Wohlleber schöpft aus dem Vollen der Formensprache und der metallischen, künstlichen und organischen Materialwelt. Auffallend an ihrem Schmuck ist dessen Bezug zu Bildern und Texten, z.B. alten Fotografien und Aphorismen, die den assoziativen Hintergrund zu den entstehenden Schmuckstücken liefern. Auf diese Weise entsteht eine durch vielfache Bezüge verwebte Inszenierung, die sich dem Besucher der Ausstellung jedoch nur mit Hilfe des aufwändig und liebevoll gestalteten Katalogs erschließt. Neben Schmuck werden in der Hanauer Schau auch Gerät und großformatige Skulpturen der vielseitigen Künstlerin vorgestellt.
* Abbildung mit freundlicher Genehmigung: Deutsches Goldschmiedehaus, Anette Wohlleber
** Leihgabe: Schmuckmuseum Pforzheim
Ausstellungsdaten
13.5. - 29.7.2007 Deutsches Goldschmiedehaus, Hanau
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Ausstellungsort
Das Deutsche Goldschmiedehaus in Hanau
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Anette Wohlleber (Who Is Who)
Bernhard A. Früh (Who Is Who)