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Essays über SchmuckWas ist Schmuck?50.000 Jahre Schmuckgeschichte, eine endlose Anzahl an Kulturen und Epochen, die mit unterschiedlichsten Materialien, Techniken und Absichten Schmuck produzierten sowie unzählige zeitgenössische Stil- und Geschmacksrichtungen liefern Informationen und Beispiele zum Thema Schmuck in Hülle und Fülle. Trotzdem, zu beschreiben was Schmuck, genauer gesagt am Körper tragbarer Schmuck, denn eigentlich ist gestaltet sich als durchaus knifflig, und erst die Betrachtung unter einer ganzen Reihe unterschiedlicher Aspekte lässt ein plastisches Bild des schillernden Begriffs entstehen. [weiter...] Der Stoff aus dem die Träume sind Die ersten Materialien, die in prähistorischer Zeit für Schmuck verwendet wurden, waren wohl genau die Sachen, die auch kleine Kinder am liebsten sammeln würden, wenn ihre Eltern sie ließen: hübsche Muscheln, Schnecken, Knochen, Zähne, Eierschalen und Steine. Immerhin erfüllten diese Dinge bereits wichtige Anforderungen, die an Materialien für die Schmuckherstellung auch heute noch gestellt werden: [weiter...] "Edle" und "unedle" Materialien Die Verwendung kostbarer Edelmetalle und Edelsteine hat beim Goldschmieden Tradition und Berechtigung, denn diese Materialien zeichnen sich durch besondere Eigenschaften wie Anlaufbeständigkeit, Härte oder optische Auffälligkeit aus. Zum anderen stellen sie einen gewissen Materialwert dar und erfüllen so die Aufgabe der - wie es das dtv-Lexikon ausdrückt - "Hortung und Zurschaustellung von Reichtum", eine Funktion als Wertanlage, die bei Schmuck schon seit jeher eine wichtige Rolle spielt. [weiter...] Gute Gründe Schmuck zu lieben Gewöhnlich grenzt man Schmuck von Gebrauchsgegenständen ab. Die Trennlinie müsste also irgendwo (von oben nach unten) durch Haarspangen über Uhren, Siegel-, Gift-, und Schlagringe zu Krawattennadeln und Gürtelschnallen verlaufen. (Den weiteren Verlauf der Trennlinie hebe ich mir für separate Betrachtungen auf.) Aber wie steht mit weniger handfesten Funktionen von Schmuck, zum Beispiel (von links nach rechts) bei Hammer & Sichel-Reversnadeln, Atomkraft-nein-danke!-Buttons, Kronen, Orden oder Kruzifixen? [weiter...] Gute Gründe Schmuck zu hassen Schmuck ist teuer. Schon für den Preis eines einfachen, bei einem Goldschmied in Auftrag gegebenen Fingerrings aus Gold könnte man sich auch zwei Wochen lang Super Last Minute an einen kanarischen Strand legen. Oder sich fünfzig Taschenbücher und damit einen ganz guten Überblick über die Sternstunden der Weltliteratur zulegen. Oder einen ganzen Sommer lang jeden Tag in einem Straßencafé eine halbe Stunde abschalten und eine Latte Macchiato, meistens sogar noch mit einem Stück Kuchen genießen. Schon für den Preis eines mittleren Ringes aus Platin könnte man dies alles sogar miteinander verbinden. [weiter...] Schmuck im Goldrausch Ist Ihnen eigentlich schon aufgefallen, dass immer weniger Deutsche - und ich spreche hier nicht nur von ungebildeten Zeitgenossen - wissen, was ein Goldschmied ist? Schmuck wird von den heranwachsenden Generationen praktisch ausschließlich assoziiert mit Juwelieren (also Schmuckhändlern), mit den Schmuckabteilungen der Kaufhäuser, den Websites der bekannten Schmuckmarken und -Discounter sowie Internet-Tauschbörsen. In allen diesen Fällen handelt es sich gewöhnlich um Schmuck aus industrieller Massenproduktion. Da Goldschmiede, wie unzählige andere Handwerksberufe auch, aus dem Stadtbildern rapide verschwinden, ist immer weniger Menschen bewusst, dass Schmuckherstellung über Jahrhunderte hinweg im Wesentlichen individuelle Beratung und fachkundige Umsetzung von Kundenwünschen bzw. -visionen durch Goldschmiede bedeutete. [weiter...] |
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